Die Mercedes-Benz-Aktie zeigt erste Lebenszeichen. Nach einem schwachen ersten Halbjahr formiert sich spürbare Gegenwehr am Markt. Käufer greifen knapp über dem jüngsten Jahrestief wieder zu. Charttechnik und eine günstige Bewertung locken erste Schnäppchenjäger an.

Gegenbewegung nach dem Absturz

Seit Jahresbeginn verlor der Stuttgarter Autobauer rund 26 Prozent an Börsenwert. Ende Juni markierte der Kurs ein frisches Jahrestief bei 42,64 Euro. Inzwischen wendet sich das Blatt.

Am Freitag ging die Aktie bei 45,40 Euro aus dem Handel. Das entspricht einem starken Wochenplus von 4,91 Prozent. Käufer nutzen das extrem niedrige Kursniveau für erste Einstiege in den Markt.

Indikatoren signalisieren Entspannung

Analysten werten den jüngsten Anstieg als klassische technische Gegenreaktion. Der Kurs prallte direkt am unteren Ende seines Trendkanals ab. Indikatoren wie der RSI zeigten zuvor extreme überverkaufte Zustände. Ein klares Signal.

Der Relative-Stärke-Index notiert aktuell wieder bei einem neutralen Wert von 43,8. Damit weht von der technischen Seite vorerst kein Gegenwind mehr. Historische Muster stützen diese Entwicklung. Nach langen Talfahrten reicht ein solcher Impuls oft für eine mehrwöchige Erholung. Marktbeobachter sehen nun Platz für einen Anstieg in Richtung der 50-Euro-Marke.

Niedrige Bewertung lockt Anleger

Neben der Charttechnik rückt die fundamentale Lage in den Fokus. Mercedes-Benz lockt aktuell mit einer historisch günstigen Bewertung. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2026 schätzen Analysten auf moderate 7,7.

Im Folgejahr soll die Kennzahl sogar auf 6,1 sinken. Beide Werte liegen weit unter dem langfristigen Durchschnitt. Langfristige Investoren schielen parallel dazu auf die Gewinnausschüttung.

Die voraussichtliche Dividendenrendite liegt bei üppigen 7,4 Prozent. Wer diese Prämie kassieren will, braucht allerdings Geduld bis zum nächsten Jahr. Die aktuelle Schwankungsbreite der Aktie von 29,4 Prozent fordert bis dahin starke Nerven.

Blick auf die Widerstände

Der übergeordnete Abwärtstrend bleibt trotz der aktuellen Erholung völlig intakt. Die nächste harte Hürde wartet beim 50-Tage-Durchschnitt. Diese wichtige Durchschnittslinie verläuft aktuell bei 48,44 Euro.

Gelingt der Ausbruch über diese Marke, rückt das psychologische Niveau von 50 Euro endgültig ins Visier. Fällt der Kurs hingegen unter das jüngste Tief, verpuffen die positiven Signale sofort.