Mercedes-Benz verschärft den Sparkurs im eigenen Haus. Der Autobauer legt sein freiwilliges Abfindungsprogramm für Beschäftigte in Deutschland neu auf und will zugleich die Präsenzarbeit ausweiten. Der Aktienkurs hat sich vom Hoch des Jahres 2024 bei 76,55 Euro nahezu halbiert.

Abfindungen ab Dezember

Der Start der Neuauflage ist für Dezember geplant. Mercedes spricht von weiteren organisatorischen Veränderungen in den indirekten Bereichen, die möglichst sozialverträglich ausfallen sollen. Angesprochen werden vor allem Tarifmitarbeiter, teils auch Führungskräfte.

Am Prinzip der doppelten Freiwilligkeit hält das Unternehmen fest. Ein Ausscheiden kommt nur zustande, wenn Beschäftigte und Arbeitgeber zustimmen. Das laufende Sparprogramm habe laut Konzern bereits wichtige Maßnahmen angestoßen, um Mercedes langfristig wettbewerbsfähig aufzustellen.

Vier Tage im Büro

Parallel dazu ändert Mercedes die Regeln zur Präsenzarbeit. Die bisherige Konzernbetriebsvereinbarung hat das Unternehmen gekündigt. Eine neue soll Führungskräften erlauben, für Vollzeitbeschäftigte bis zu vier Präsenztage pro Woche ohne Begründung festzulegen. „Ziel ist es, dass diese vier Tage künftig der Standard sind“, sagte ein Unternehmenssprecher.

Welchen Beitrag die Neuregelung zum Ergebnis leisten soll, ließ der Vorstand offen. Marktbeobachter dürften die Maßnahme eher als Signal an die Belegschaft denn als Margenhebel lesen.

Rückenwind aus Washington?

Ein zweites Thema betrifft das wichtige US-Geschäft. Im US-Senat soll ein dauerhaftes Verbot chinesischer Fahrzeuge in den Vereinigten Staaten verabschiedet werden. Der Entwurf würde Hersteller mit mehr als 15 Prozent chinesischem Eigentum vom US-Markt ausschließen. Mercedes kommt auf knapp 20 Prozent passiven Anteil chinesischer Eigentümer.

Senator Bernie Moreno kündigte an, die Endfassung stelle sicher, dass Mercedes weiter in den USA verkaufen darf. Der Republikaner Rand Paul blockierte jedoch die Eilabstimmung, weil er den Entwurf als unfair gegenüber dem deutschen Hersteller sieht. Die Befürworter wollen nun erst nach der Rückkehr des Senats aus der Pause im November einen neuen Anlauf nehmen.

Die Initiative hat Schwung: Die Fassung im Repräsentantenhaus zählt mehr als 100 Unterstützer. Für Mercedes hängt die Planungssicherheit im US-Geschäft damit an der Senatsabstimmung im November.