Zwei Welten im dritten Quartal: In China bricht der Absatz von Mercedes-Benz weg, bei Elektroautos meldet der Konzern dagegen einen Rekord. Insgesamt setzte der Stuttgarter Autobauer 407.200 Pkw ab, acht Prozent weniger als vor einem Jahr.

China zieht die Bilanz nach unten

Der Hauptgrund liegt im größten Einzelmarkt. In China sanken die Verkäufe um 31 Prozent auf 86.800 Fahrzeuge, ein Minus von fast einem Drittel. Der Konzern spricht von einem weiterhin schwierigen Marktumfeld und intensivem Wettbewerb.

Auch das margenstarke Top-End-Segment geriet unter Druck. Dazu zählen unter anderem S-Klasse, Maybach und AMG. Der Absatz fiel dort um 21 Prozent auf 53.900 Fahrzeuge. Neben der schwachen Nachfrage in China belasten laufende Modellwechsel.

Andere Regionen liefen besser. In den USA legte der Pkw-Absatz um sechs Prozent zu, in Europa um fünf Prozent. Ausgleichen konnte das den Einbruch in China aber nicht.

Rekord bei Elektrofahrzeugen

Die Elektrooffensive liefert dagegen Zählbares. Der Konzernabsatz vollelektrischer Fahrzeuge, Pkw und Vans zusammen, stieg um 52 Prozent auf 78.100 Einheiten. Vertriebsvorstand Mathias Geisen sprach vom höchsten Quartalsabsatz vollelektrischer Fahrzeuge in der Unternehmensgeschichte. In Europa war nahezu jeder dritte verkaufte Pkw vollelektrisch.

Eine gute Auftragslage bei den neuen Elektromodellen zeige nach Geisens Worten, dass die Modelloffensive in vollem Gange sei. Außerhalb Chinas wuchs der Pkw-Absatz 2026 bereits im dritten Quartal in Folge gegenüber dem Vorjahr.

Die Transportersparte Vans blieb mit einem Plus von einem Prozent auf 84.400 Fahrzeuge stabil. Über alle Sparten hinweg lieferte der Konzern 491.700 Fahrzeuge aus, sechs Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Was die Zahlen bedeuten

Das Bild bleibt zweigeteilt. Das Wachstum in den USA und Europa sowie der Elektroschub zeigen, dass die Modellpalette außerhalb Chinas trägt. Der Rückgang im Top-End-Segment wiegt allerdings schwer, weil dort die Gewinnmargen besonders hoch sind. Wie stark er auf das Ergebnis durchschlägt, dürften die Quartalszahlen zeigen, die der Konzern noch veröffentlichen wird.