Der Nettogewinn legt zu, und trotzdem kommt keine Zuversicht auf. Mercedes-Benz hat im dritten Quartal mehr verdient als vor einem Jahr, doch die gekappte Prognose vom Vortag überlagert die Zahlen. Die Aktie bewegt sich am Mittwoch zeitweise leicht im Plus bei gut 40 Euro.
Basiseffekt hilft, China belastet
Der Konzerngewinn stieg um rund 28 Prozent auf 1,52 Milliarden Euro. Das Ebit lag mit 1,77 Milliarden Euro mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr. Allerdings kommt Mercedes von einem niedrigen Niveau: 2025 hatten Sonderbelastungen für den Stellenabbau das Ergebnis gedrückt.
Der Umsatz sank um 4,5 Prozent auf 30,7 Milliarden Euro. Der Pkw-Absatz fiel um acht Prozent auf 407.200 Fahrzeuge. In China brach er um 31 Prozent ein, außerhalb Chinas wuchs er um ein Prozent. Das bereinigte operative Ergebnis lag unter dem Vorjahreswert.
Stützen sind das Van-Geschäft und die Finanzdienstleistungen. Hinzu kommt der Absatz batterieelektrischer Pkw, der um 61 Prozent zulegte.
Prognose gesenkt
Schwerer wiegt der Ausblick. Der Konzern-Ebit soll 2026 nur noch das Vorjahresniveau erreichen, bisher war ein deutliches Plus erwartet worden. In der Pkw-Sparte rechnet Mercedes mit einer bereinigten Marge von 2 bis 3 Prozent statt zuvor 3 bis 5 Prozent.
Für das Schlussquartal schloss Finanzchef Harald Wilhelm einen operativen Verlust in der Pkw-Sparte nicht aus. Die Marge dürfte um die Gewinnschwelle liegen. Höhere Kosten für Rohstoffe und Modellpflege fallen nach seiner Einschätzung gegenüber dem China-Effekt kaum ins Gewicht.
Jefferies-Analyst Philippe Houchois sieht auch 2027 Risiken. Erste Aussagen des Managements, die Pkw-Sparte könne sich ähnlich wie im laufenden zweiten Halbjahr entwickeln, also mit einer Marge von rund 1,5 Prozent, bedeuteten zusätzliche Gefahren für die Markterwartungen.
Sparkurs geht weiter
Konzernchef Ola Källenius will die Abhängigkeit von China senken. Details dazu legt Mercedes erst im Februar mit der Prognose für 2027 vor. Zugleich wird das Abfindungsprogramm für Beschäftigte in indirekten Bereichen in Deutschland neu aufgelegt. Es startet im Dezember. Eine Zielzahl nannte Wilhelm nicht, er rechnet aber mit hohem Zuspruch.
Die Aktie hält sich damit weiter nahe dem tiefsten Stand seit dem Covid-Jahr 2020. Konkrete Antworten auf die China-Frage dürfte erst die Februar-Prognose liefern.
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