Am Freitag haben weitere Analysehäuser ihre Erwartungen für Mercedes-Benz nach unten korrigiert. Vor der Veröffentlichung des Zwischenberichts für das dritte Quartal wächst am Markt die Zurückhaltung bezüglich der kurzfristigen Ertragsentwicklung. Die Aktie des Stuttgarter Automobilkonzerns beendete die Handelswoche bei 39,73 Euro.

Medienberichten zufolge passte UBS am Freitag das Kursziel von 50 auf 45 Euro an und beließ die Einstufung auf „Neutral“. Als wesentlichen Grund führten die Experten den anhaltend starken Wettbewerbsdruck auf dem chinesischen Markt an. Parallel dazu reduzierte HSBC das Kursziel auf 61 Euro, hielt jedoch an der bestehenden Kaufempfehlung für den DAX-Titel fest.

Zunehmende Sorgen um die Pkw-Margen

Bereits im Vorfeld hatten Analysten auf wachsende Risiken für die Profitabilität hingewiesen. Befürchtet wird vor allem, dass der anhaltende Preis- und Rabattdruck im laufenden Jahr die operative Marge im Pkw-Geschäft spürbar schmälern könnte.

Der Gegenwind für die Stuttgarter resultiert dabei maßgeblich aus dem asiatischen Raum. Während Mercedes-Benz im Bereich der vollelektrischen Antriebe zuletzt Zuwächse verzeichnen konnte, drückt die verhaltene Nachfrage der Kundschaft in China auf das Gesamtergebnis. Lokale Wettbewerber drängen mit aggressiver Preispolitik auf den Markt und setzen die etablierten europäischen Hersteller zunehmend unter Zugzwang.

Technische Neuerungen und anstehende Zwischenbilanz

Das Management steuert den Herausforderungen mit gezielten Maßnahmen entgegen. Neben dem laufenden Rückkauf eigener Anteilsscheine setzt das Unternehmen auf die schrittweise Einführung moderner Ausstattungselemente, darunter das kürzlich für das Modell EQS freigegebene Steer-by-Wire-Lenksystem. Zudem feiert der Konzern das Jubiläum der S-Klasse mit öffentlichen Veranstaltungen am Museum in Stuttgart.

Am Markt dominiert dennoch vorerst die Vorsicht. Am Donnerstag hatte die Aktie bei 38,90 Euro ein neues 52-Wochen-Tief markiert, ehe im späten Handel eine leichte Gegenbewegung einsetzte. Klarheit über die tatsächliche finanzielle Verfassung und die Belastbarkeit der Jahresziele erhalten Anleger am 28. Oktober, wenn der Konzern seinen detaillierten Zwischenbericht vorlegt und im Rahmen einer Analystenkonferenz Stellung bezieht.