Mercedes-Benz hat die Ziele für das laufende Geschäftsjahr nachjustiert. Der Konzern rechnet für die Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars nun mit einem Absatz „leicht unter Vorjahr“ – zuvor hatte das Unternehmen noch von einem Niveau „auf Vorjahresniveau“ gesprochen. Grund ist das anhaltend schwierige Marktumfeld in China, wie Mercedes-Benz IR mitteilte. Gleichzeitig hob der Autobauer die Prognose für die Eigenkapitalrendite der Finanzsparte Mercedes-Benz Mobility deutlich an, auf 12 bis 14 Prozent statt zuvor 10 bis 12 Prozent.
Die Aktie reagiert am heutigen Donnerstag verhalten und gibt um 0,94 Prozent auf 46,95 Euro nach, nachdem sie am Mittwoch noch bei 47,40 Euro geschlossen hatte. Seit Jahresbeginn steht bei dem Papier ein Minus von 22,13 Prozent zu Buche – ein Ausdruck der Sorgen um das China-Geschäft, die den Titel seit Monaten belasten.
Zweites Quartal mit gemischter Bilanz
Die Prognoseanpassung fiel zeitgleich mit der Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal am 28. Juli. Der Konzernumsatz sank auf 32,1 Milliarden Euro nach 33,2 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum, ein Rückgang von 3,3 Prozent. Unter dem Strich verbesserte sich das Konzernergebnis dagegen auf 1,07 Milliarden Euro nach 0,96 Milliarden Euro – ein Plus von 16 Prozent. Das Ergebnis je Aktie lag bei 1,14 Euro und verfehlte die Analystenschätzungen um 11 Prozent.
Einen Lichtblick lieferte das Elektro- und Hybridgeschäft: Mercedes-Benz hob die Prognose für den xEV-Anteil am Gesamtabsatz 2026 auf 23 bis 25 Prozent an, nachdem zuvor 21 bis 23 Prozent avisiert waren. Der Konzern zeigt sich damit trotz der Absatzschwäche in China zuversichtlich, dass die Elektrifizierung der Modellpalette schneller voranschreitet als ursprünglich erwartet.
Analysten mit weit gestreuten Kurszielen
Die Reaktionen der Banken auf Quartalsbericht und Prognoserevision fielen uneinheitlich aus. Am 28. Juli setzte JPMorgan Chase ihr Kursziel auf 70,00 Euro, während RBC Capital Markets 53,00 Euro veranschlagte. Am 29. Juli zog die Deutsche Bank mit dem höchsten Wert im Feld nach und siedelte ihr Kursziel bei 73,00 Euro an – deutlich über dem aktuellen Kursniveau. UBS blieb mit 50,00 Euro am unteren Rand der Bandbreite, ähnlich zurückhaltend positionierten sich Jefferies mit 52,00 Euro sowie Bernstein Research und Berenberg Bank mit jeweils 56,00 Euro.
Die Spanne der Kursziele zeigt, wie unterschiedlich die Häuser die China-Risiken gegen die verbesserte Profitabilität der Mobility-Sparte gewichten. Nach Marktbeobachtungen vom Montag rieten von 14 zuletzt aktiven Analysten sechs zum Kauf und acht zum Halten der Aktie, das durchschnittliche Kursziel wurde mit 58,29 Euro angegeben – ein Aufschlag gegenüber dem aktuellen Kursniveau, der die grundsätzlich positive Grundhaltung der Analystengemeinde widerspiegelt.
Neue Modelle und Nachhaltigkeitspartnerschaften
Auch operativ bleibt Mercedes-Benz aktiv. Am 29. Juli stellte der Konzern den neuen GLA vor, der im November als SUV in drei vollelektrischen Varianten – GLA 200, GLA 250+ und GLA 350 4MATIC – sowie als Hybridmodell auf den Markt kommt. Der Vorstoß in das kompakte Elektro-SUV-Segment soll die xEV-Quote weiter stützen.
Gestern vertiefte Mercedes-Benz zudem die Zusammenarbeit mit dem Aluminiumproduzenten Hydro: Das Material „Hydro CIRCAL“ mit mindestens 75 Prozent Post-Consumer-Recyclinganteil soll künftig in der Serienproduktion der nächsten Elektrofahrzeug-Generation zum Einsatz kommen und die CO2-Emissionen in der Lieferkette senken. Parallel präsentierte das Unternehmen mit ChargePoint eine integrierte Ladelösung für gewerbliche Elektroflotten in Deutschland und Großbritannien, die Hardware, Software und Support aus einer Hand bündelt.
Die nächste Standortbestimmung folgt am 28. Oktober, wenn Mercedes-Benz die Quartalsmitteilung zum dritten Quartal veröffentlicht. Bis dahin dürfte die Entwicklung des China-Geschäfts im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen – während die Finanzsparte mit ihrer angehobenen Renditeprognose bereits zeigt, dass nicht alle Konzernbereiche unter dem schwierigen Marktumfeld leiden.
Mercedes-Benz-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Mercedes-Benz-Analyse vom 6. August liefert die Antwort:
Die neusten Mercedes-Benz-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Mercedes-Benz-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Mercedes-Benz: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

