Mercedes-Benz Aktie: Verwaltungsbeschlüsse erläutert

Nach deutlichem Gewinnrückgang 2025 setzt Mercedes-Benz auf Lokalisierung in China, eine große Modelloffensive und Kostensenkungen, um 2026 wieder zu profitablerem Wachstum zu finden.

Mercedes-Benz Aktie
Kurz & knapp:
  • Gewinn 2025 um fast die Hälfte eingebrochen
  • China-Absatz als zentrale Schwachstelle identifiziert
  • Dividende wird für 2025 deutlich gekürzt
  • Größte Modelloffensive der Konzerngeschichte geplant

Mercedes-Benz hat ein schwieriges Jahr hinter sich: Der Gewinn ist 2025 deutlich eingebrochen, die Margen standen unter Druck – und ausgerechnet China, der wichtigste Einzelmarkt, wurde zur größten Baustelle. Jetzt kontert der Konzern mit Sparmaßnahmen, mehr lokaler Fertigung in China und einer breiten Modelloffensive. Kann dieser Mix 2026 tatsächlich wieder für bessere Zahlen sorgen?

2025: Gewinnrückgang trifft die Marge

Im Geschäftsbericht für 2025 wird klar, wo es geklemmt hat. Der Konzernumsatz sank auf 132,2 Mrd. Euro (Vorjahr: 145,6 Mrd. Euro). Noch härter traf es die Erträge: Das bereinigte EBIT fiel auf 8,2 Mrd. Euro nach 13,7 Mrd. Euro, der Konzernnettogewinn rutschte um 48% auf 5,33 Mrd. Euro ab.

Besonders sichtbar wurde der Druck bei den Margen. Die bereinigte Umsatzrendite in der Pkw-Sparte lag nur noch bei 5,0% nach 8,1% im Vorjahr. Bei Vans ging es auf 10,2% nach 14,6% zurück. Gleichzeitig sank der durchschnittliche Verkaufspreis im Pkw-Segment auf rund 68.100 Euro (zuvor: 71.000 Euro). Als Belastungsfaktoren nennt Mercedes-Benz unter anderem Zollkosten von rund 1,2 Mrd. US-Dollar, stärkeren Wettbewerb in China und Währungseffekte. Kostensenkungen von etwa 3,6 Mrd. Euro dämpften den Rückgang immerhin teilweise.

An der Börse spiegelt sich die angespannte Lage in den letzten Wochen ebenfalls: Die Aktie schloss am Freitag bei 54,97 Euro und liegt damit in 30 Tagen 9,54% im Minus. Der Kurs notiert zudem rund 6,16% unter dem 50-Tage-Durchschnitt (58,58 Euro).

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China wird zum Prüfstein – und zur Zielscheibe der Strategie

China bleibt für Mercedes-Benz ein Schwergewicht: Fast ein Drittel der weltweiten Pkw-Verkäufe 2025 entfiel auf diesen Markt. Umso schmerzhafter fiel der Rückgang aus. Der Absatz in China sank um 19% auf 551.900 Fahrzeuge – ein zentraler Treiber des Ergebnisrückgangs.

Die Antwort des Konzerns: beschleunigte Lokalisierung. Bis Mitte 2026 sollen mehr als 80% der in China verkauften Fahrzeuge aus lokaler Produktion kommen. Das soll Kosten senken und die Reaktionsfähigkeit im Markt erhöhen – also genau dort ansetzen, wo der Wettbewerbsdruck am größten ist.

Dividende runter, Rückkauf läuft weiter

Für Aktionäre gibt es beim Thema Ausschüttung eine klare Zäsur: Für die Hauptversammlung am 16. April 2026 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat eine Dividende von 3,50 Euro je Aktie vor (2024: 4,30 Euro). Parallel setzt Mercedes-Benz den Aktienrückkauf fort: Im November und Dezember 2025 flossen dafür rund 329 Mio. Euro. Für 2026 ist noch ein Volumen von bis zu 1,7 Mrd. Euro vorgesehen.

Zusätzlich vereinbarte der Konzern mit der Beijing Automotive Group und der Geely Group, dass beide Beteiligungen unter 10% der Stimmrechte halten – unter anderem, indem Anteile anteilig in das Rückkaufprogramm gegeben werden.

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Blick nach vorn: Modelloffensive, Kapazitätskürzung und neue Ziele

Operativ setzt Mercedes-Benz auf zwei Hebel: sparen und das Produktportfolio erneuern. Der Konzern kündigte die nach eigenen Angaben größte Produktoffensive seiner Geschichte an – mit mehr als 40 neuen Fahrzeugen in den nächsten drei Jahren. In der ersten Jahreshälfte 2026 sind zudem größere Überarbeitungen der S-Klasse und GLS sowie neue AMG-Modelle geplant.

Auf der Kostenseite wird Kapazität angepasst: Die Produktion im Joint-Venture-Werk in Aguascalientes (Mexiko) soll bis Mai 2026 eingestellt werden, was einer Reduktion um rund 100.000 Einheiten entspricht. Bis 2027 peilt Mercedes-Benz zudem 10% niedrigere Produktionskosten pro Fahrzeug an; die globale Kapazität soll bis 2028 auf rund 2,2 Mio. Einheiten ausgerichtet werden.

Für 2026 gibt das Management eine konkrete Richtung vor: Umsatz auf Vorjahresniveau, Group-EBIT „deutlich über“ 2025 und ein Free Cash Flow des Industriegeschäfts leicht unter dem Niveau von 2025. Für die Sparten nennt Mercedes-Benz zudem Renditeziele von 3 bis 5% (Cars) sowie 8 bis 10% (Vans). Zweistellige Margen stellt der Konzern erst wieder für 2027 in Aussicht.

Entscheidend dürften die nächsten Fixpunkte werden: Am 16. April 2026 fällt der Dividendenbeschluss auf der Hauptversammlung. Am 29. April 2026 folgen die Q1-Zahlen – und damit die erste echte Standortbestimmung, ob Lokalisierung in China, Kostenprogramm und neue Modelle die Ergebniswende 2026 tatsächlich untermauern.

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