Während Mercedes-Benz beim Sparen Ernst macht, hakt es an anderer Stelle im Werk. Die Belegschaft wehrt sich gegen Kürzungen, parallel bereitet ein wichtiges Elektromodell Kopfzerbrechen. Zwei Probleme, ein Konzern unter Druck.
Sparkurs sorgt für Unmut in der Belegschaft
Mercedes-Benz hat sich in der vergangenen Woche in einem Brief an die eigene Belegschaft gewandt und die Lage in Deutschland als weiterhin „dramatisch“ bezeichnet. Mit dieser Begründung rechtfertigt der Konzern zusätzliche Sparmaßnahmen. Die meisten Beschäftigten sollen im Juli auf eine Sonderzahlung verzichten, weitere Einschnitte sollen folgen.
Die IG Metall reagiert mit deutlicher Kritik und ruft zu bundesweiten Protesten auf. Der Konflikt zeigt, wie tief der Sparzwang bei Mercedes-Benz inzwischen sitzt — und wie wenig Verständnis die Belegschaft dafür aufbringt, ausgerechnet bei laufenden Gehältern anzusetzen.
GLC-Hochlauf kommt nicht in Schwung
Parallel zu den Spardebatten hakt es bei einem der wichtigsten Elektromodelle des Konzerns. Der elektrische GLC, als Hoffnungsträger im Werk Bremen positioniert, kommt beim Produktionshochlauf nicht richtig voran. Grund sind fehlende Batterien und Bordnetze — entscheidende Komponenten, die derzeit nicht in ausreichender Menge verfügbar sind.
Im Mai hatte Mercedes-Benz den Start der GLC-Produktion in Bremen vermeldet. Das E-SUV läuft dort auf einer flexiblen Linie gemeinsam mit Hybrid- und Verbrennermodellen vom Band. Die Auslieferungszahlen bleiben bislang jedoch niedrig — ausgerechnet bei einem Modell, das als Zugpferd für die Elektrostrategie gedacht war.
Für Mercedes-Benz kommt der schleppende Hochlauf zur Unzeit. Der Konzern braucht Erfolge in der Elektrosparte, um die angespannte Kostenlage zu entlasten. Solange Lieferengpässe bei Batterien und Bordnetzen anhalten, bleibt der GLC-Hochlauf in Bremen ein Unsicherheitsfaktor für die kommenden Monate.
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