Der Social-Media-Konzern Meta Platforms hat eine weitreichende Einigung mit den US-Behörden erzielt, um langjährige Vorwürfe bezüglich der Sicherheit jugendlicher Nutzer auszuräumen.

Wie Reuters und das Unternehmen am Mittwoch berichteten, zahlt der Mutterkonzern von Facebook und Instagram im Rahmen eines Vergleichs insgesamt 18 Milliarden US-Dollar an eine Koalition aus 52 US-Bundesstaaten und Territorien.

Den Behörden zufolge hatten die Plattformen Funktionen implementiert, die darauf abzielten, Kinder und Jugendliche gezielt abhängig zu machen, während die Öffentlichkeit über die tatsächlichen Sicherheitsrisiken getäuscht wurde.

An der Börse wurde die Nachricht mit einer gewissen Erleichterung aufgenommen, da damit eine erhebliche rechtliche Unsicherheit für den Konzern entfällt. Die Aktie von Meta beendete den Handel am Freitag mit einem Plus von 1,7 % bei 498,70 Euro. Damit notiert das Papier allerdings weiterhin mit einem deutlichen Abstand von 26 % unter seinem 52-Wochen-Hoch, das im September des vergangenen Jahres markiert wurde.

Finanzielle Belastung über ein Jahrzehnt

Die Einigung sieht vor, dass Meta die Vergleichssumme von 18 Milliarden US-Dollar nicht auf einmal leisten muss. Stattdessen wird der Betrag über einen Zeitraum von zehn Jahren in jährlichen Raten abbezahlt. Dennoch schlägt sich die Einigung unmittelbar in der Bilanz nieder: Für das laufende dritte Quartal 2026 kündigte das Unternehmen an, eine rechtliche Belastung in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar zu verbuchen.

Dieser Schritt folgt auf ein zweites Quartal, in dem Meta zwar den Umsatz auf 60,80 Milliarden US-Dollar steigern konnte, aber beim Gewinn pro Aktie hinter den Erwartungen zurückblieb.

Besonders die massiven Investitionen in die Infrastruktur drückten zuletzt den freien Cashflow, der im Vergleich zum Vorjahr deutlich sank. Analysten werten die nun feststehende Summe des Vergleichs jedoch als handhabbar, da sie die langfristigen Finanzprognosen nur unwesentlich beeinflussen dürfte.

Neue Schutzmechanismen für Facebook und Instagram

Teil der Vereinbarung sind neben den Zahlungen auch verbindliche Änderungen an der Funktionsweise der Plattformen für minderjährige Nutzer. Meta wird verpflichtende tägliche Zeitlimits von zwei Stunden einführen sowie nächtliche App-Sperren standardmäßig aktivieren.

Zudem sollen Benachrichtigungen während der Schulzeit stummgeschaltet werden. Die Analysten von BMO Capital gaben in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass diese strengeren Nutzungsbeschränkungen das Engagement der jungen Zielgruppe beeinträchtigen und somit langfristig den Preis für Werbeanzeigen belasten könnten.

Parallel zu den rechtlichen Anpassungen treibt der Konzern seine Expansion im Bereich der Künstlichen Intelligenz voran. Medienberichten zufolge bereitet Meta den Start von „Hatch“ vor, einer Plattform für KI-Agenten, die in Instagram und WhatsApp integriert werden soll. Hierbei wird sogar über ein Premium-Abonnement spekuliert, das für professionelle Anwendungen bis zu knapp 200 US-Dollar pro Monat kosten könnte.

Analysten sehen Ende der Unsicherheit

In der Finanzwelt wird der Vergleich überwiegend als Befreiungsschlag gewertet. Die Analysten von Rosenblatt Securities erhöhten am Donnerstag ihr Kursziel für Meta leicht auf 886 US-Dollar und bestätigten ihre Kaufempfehlung. Sie bezeichneten den Abschluss des Verfahrens als bedeutenden Sieg, der ein großes Hindernis für die Aktienkursentwicklung beseitigt habe.

Im Gegensatz dazu senkte das Analysehaus Truist Securities das Kursziel geringfügig auf 763 US-Dollar, blieb jedoch ebenfalls bei seiner positiven Einschätzung. Weitere Marktbeobachter betonten, dass der jüngste Kursrücksetzer eine Sicherheitsmarge für Anleger biete, während die KI-gestützten Verbesserungen im Werbegeschäft bereits messbare Erträge lieferten.

Abseits des Vergleichs ordnet Meta sein Beteiligungsportfolio neu. Auf Druck chinesischer Regulierungsbehörden veräußert der Konzern seine Minderheitsbeteiligung am KI-Startup Manus für rund 2 Milliarden US-Dollar an Tencent. Intern wurden zuletzt zudem geplante Aktienverkäufe durch Führungskräfte gemeldet.

So veräußerten unter anderem Finanzchefin Susan J. Li und Technikchef Andrew Bosworth am 18. August Anteile im Rahmen zuvor festgelegter Handelspläne. Anleger blicken nun auf Ende Oktober, wenn Meta die vollständigen Geschäftszahlen für das dritte Quartal präsentieren wird.