Meta Platforms hat eine furiose Handelswoche hinter sich. Während die Branche über hohe Kosten für Künstliche Intelligenz (KI) diskutiert, drückt Mark Zuckerberg massiv aufs Tempo. Der Markt reagiert euphorisch auf neue Daten zur Effizienz der Rechenzentren und aggressive Produktstarts.

Analysten der Bank of America lieferten den entscheidenden Zündstoff. Meta zahlt für den Aufbau neuer Rechenkapazitäten pro Gigawatt nur etwa 22 Milliarden Dollar. Bisher kalkulierte die Wall Street mit fast dem doppelten Wert von 45 Milliarden Dollar. Diese Kostenführerschaft verschafft dem Konzern massiven Spielraum für seine Expansion.

Milliarden-Investitionen in die Cloud

Die Ausbaupläne sind gigantisch. Im zweiten Halbjahr 2026 sollen 5,5 Gigawatt Kapazität folgen. Bis zum Jahr 2027 peilt Meta eine Gesamtkapazität von 14 Gigawatt an. Parallel dazu steht die Hardware-Offensive. Der eigene KI-Chip „Iris“ geht im September 2026 in Serienproduktion. Das senkt die Abhängigkeit von teuren externen Zulieferern.

Softwareseitig setzt Meta auf Verdrängung. Das neue Modell Muse Spark 1.1 unterbietet Konkurrenten wie OpenAI und Anthropic preislich deutlich. Zuckerberg plant zudem, freie Rechenkapazitäten an Dritte zu vermieten. „Meta Compute“ könnte so zum neuen Standbein neben dem klassischen Werbegeschäft werden.

Gegenwind aus Brüssel

Allerdings trübt die EU-Kommission die Stimmung. Die Behörde stuft Design-Elemente von Facebook und Instagram vorläufig als „süchtig machend“ ein. Damit verstoße Meta gegen den Digital Services Act. Brüssel fordert nun automatische Pausen bei der Bildschirmzeit und ein Ende des unendlichen Scrollens.

Bei einer Verurteilung drohen Strafzahlungen von bis zu 6 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Das entspräche einer Summe von mehr als 12 Milliarden Dollar. Meta bestreitet die Vorwürfe und verweist auf neue Schutzfunktionen für Jugendliche.

Die Anleger ignorierten die regulatorischen Risiken am Freitag weitgehend. Die Aktie schloss mit einem Plus von knapp 6 Prozent bei 585,70 Euro. Auf Wochensicht bedeutet das einen Zuwachs von 12,63 Prozent. Das Papier notiert damit rund 13 Prozent über seinem 50-Tage-Schnitt von 517,57 Euro.

Anleger blicken nun auf den kommenden Quartalsbericht. Der Konzern wird dann die Prognose für die Investitionsausgaben für 2026 präzisieren. Diese liegt aktuell in einer Spanne von 125 bis 145 Milliarden Dollar.