Nach der anfänglichen Begeisterung für neue Software-Initiativen wächst bei Meta die Skepsis der Investoren. Daten zur Nutzung des vor rund einem Monat gestarteten KI-Agenten Muse deuten auf eine deutliche Verlangsamung des Nutzerwachstums hin. Diese Entwicklung rief bereits Leerverkäufer auf den Plan, während der Konzern zeitgleich mit schwerwiegenden juristischen Auseinandersetzungen in den USA konfrontiert ist.

Wachstumsdämpfer ruft Leerverkäufer auf den Plan

Laut Schätzungen des Datendienstleisters TickerTrends sanken die täglichen Downloads von Muse in den ersten sieben Oktobertagen um 8,1 Prozent auf rund 165.000. Am 6. Oktober lag die Zahl der Neuinstallationen mit geschätzt 170.000 bereits 21,1 Prozent unter dem Wert vom 24. September. Besonders drastisch fiel der Rückgang bei den täglichen Netto-Neunutzern aus, die um über 62 Prozent nachgaben.

Zwar erreichten die täglich aktiven Nutzer weltweit mit gut 2,73 Millionen einen zwischenzeitlichen Höchststand. Dennoch meldete der Investor Hunterbrook Capital am Freitag eine Leerverkaufsposition in Meta-Aktien an und begründete diesen Schritt mit der nachlassenden Dynamik. Zudem erschweren externe Beschränkungen das Geschäft, da Plattformen wie Amazon dem KI-Agenten den Zugriff auf ihre Angebote verwehrt haben.

Dass die Skepsis zunimmt, liegt nicht nur an den Downloadzahlen. Wiederholte Berichte über das Auslesen privater Nachrichten und die unbefugte Weitergabe von Nutzerdaten an fremde Anbieter rückten den Datenschutz in den Fokus.

Justiz erhöht den Druck auf Facebook und Instagram

Parallel zur nachlassenden Software-Dynamik spitzt sich der juristische Konflikt um den Schutz Minderjähriger zu. Vor einem Gericht in Kalifornien klagen 29 US-Bundesstaaten gegen Meta wegen des Vorwurfs, Facebook und Instagram suchtfördernd gestaltet zu haben.

Die von Kalifornien, Colorado, Kentucky und New Jersey angeführte Koalition verlangt ein Ende von Funktionen wie dem endlosen Scrollen und automatischen Videoabspielleisten für jugendliche Nutzer. Meta weist die Anschuldigungen zurück, sieht sich jedoch bereits Forderungen nach Entschädigungen in Milliardenhöhe gegenüber.

Insiderverkäufe und verhaltener Handel

Für zusätzliche Zurückhaltung an den Märkten sorgen jüngste Transaktionen aus der Führungsetage. Unterlagen der US-Börsenaufsicht SEC belegen, dass Insider in den vergangenen sechs Monaten ausschließlich Anteile veräußerten. Allein Meta-Chef Mark Zuckerberg stieß Ende September Aktien im Wert von 21,4 Millionen US-Dollar ab, während auch Finanzchefin Susan Li und weitere Manager Anteile verkauften.