Die Aktie von Meta Platforms bleibt stabil, während sich beim wichtigsten Kundenkreis des Konzerns Unmut aufbaut. Werbetreibende beklagen offen, dass die automatisierten KI-Tools des Unternehmens fehlerhafte und teils absurde Werbemotive produzieren. Der Kurs interessiert das bisher wenig: Am Mittwoch notiert das Papier bei 580,20 Euro, ein moderates Plus von 0,17 Prozent gegenüber dem Vortag.

KI-Werbetools sorgen für Chaos

Ein am 13. Juli 2026 veröffentlichter Bericht zeichnet ein unschönes Bild der generativen KI-Funktionen in Metas Werbegeschäft. Mehrere Werbemanager großer Marken schildern die Ergebnisse der „Advantage+“-Suite als chaotisch und ungenau. Ein Beispiel sorgt besonders für Aufsehen: Der Outdoor-Händler REI entdeckte in einer Instagram-Kampagne ein KI-generiertes Bild eines Fahrrads mit zwei Lenkern.

Mehrere Werbetreibende werfen Meta vor, Firmen ohne ausreichende Kontrolle automatisch in die experimentellen KI-Funktionen einzuschreiben. Das Ergebnis: potenziell markenschädigende Fehldarstellungen. Meta verweist dagegen auf seine Nutzungsbedingungen. Diese stellen klar, dass KI Fehler machen kann und die finale Prüfung beim Werbekunden liegt.

Institutionelle Anleger bauen Position aus

Während sich Werbetreibende mit technischen Pannen herumschlagen, zeigen institutionelle Investoren wenig Berührungsängste. Aufsichtsrechtliche Mitteilungen vom 15. Juli 2026 zeigen: Resona Asset Management hat seine Meta-Position um 2,0 Prozent aufgestockt. Der Vermögensverwalter kaufte 13.019 zusätzliche Aktien und hält nun insgesamt 678.480 Stück.

Die Position ist rund 383,7 Millionen Dollar wert und macht etwa 1,9 Prozent von Resonas Gesamtportfolio aus. Damit zählt Meta zu den acht größten Positionen im Bestand. Der Zukauf deutet darauf hin, dass große Investoren trotz kurzfristiger Probleme bei den KI-Werbetools am langfristigen Potenzial der Plattformen festhalten.

Charttechnik und der Blick auf die Quartalszahlen

Charttechnisch liegt die Aktie 14,40 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 677,80 Euro vom 31. Juli 2025. Die vergangene Woche brachte allerdings deutlichen Schwung: Der 7-Tage-Gewinn liegt bei 9,93 Prozent und übertrifft damit klar die Jahresperformance von 4,50 Prozent. Der RSI auf 14-Tage-Basis steht bei 65,4 – noch nicht überkauft, aber nah an einer kritischen Widerstandszone.

Der Blick der Anleger richtet sich nun auf den nächsten Pflichttermin. Meta bestätigte am 14. Juli 2026 offiziell, die Zahlen zum zweiten Quartal 2026 am Mittwoch, den 29. Juli 2026, nach Börsenschluss zu veröffentlichen. Eine Telefonkonferenz um 16:30 Uhr Eastern Time soll Aufschluss über Umsatzwachstum und den Stand der KI-Initiativen geben.

Ob die chaotischen KI-Werbeergebnisse bereits auf die Ausgaben der Werbekunden durchschlagen, dürfte eine der zentralen Fragen der Telefonkonferenz sein. Bis dahin bleibt die Diskrepanz zwischen operativen Problemen und robustem Aktienkurs bestehen.