In den Vereinigten Staaten sieht sich Meta mit neuen rechtlichen Schritten konfrontiert. Der Bundesstaat Florida hat bei einem staatlichen Gericht eine einstweilige Verfügung gegen das Unternehmen beantragt, wie Reuters berichtete.

Ziel des Antrags ist es, dem Konzern während des laufenden Hauptverfahrens den Zugang zu Instagram und Facebook für Personen unter 14 Jahren im Bundesstaat zu untersagen. Zudem soll die tägliche Verweildauer von Jugendlichen über alle Plattformen des Konzerns hinweg auf zwei Stunden begrenzt werden.

Die geforderten Auflagen gehen über reine Altersgrenzen hinaus. Die Justiz des Bundesstaates verlangt außerdem, Funktionen wie das automatische Abspielen von Videos sowie das endlose Weiterscrollen auf den Plattformen abzuschalten. Der Vorstoß reiht sich in eine Kette juristischer Auseinandersetzungen ein, mit denen Behörden und Bundesstaaten den Schutz Minderjähriger in sozialen Netzwerken durchsetzen wollen.

Europäische Aufsicht und technische Gegenmaßnahmen

Auch international steht der Konzern unter behördlicher Beobachtung. In Großbritannien leitete die Medienaufsicht Ofcom am Dienstag ihre erste formelle Untersuchung gegen Meta im Rahmen des Online Safety Act ein, wie Reuters meldete. Die britische Behörde prüft, ob der Konzern vor dem Start von Instagram Instants Risiken in Bezug auf illegale Inhalte und den Schutz von Kindern ausreichend analysiert hat.

Meta kündigte am Mittwoch zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen an. Das Unternehmen erklärte, neue Werkzeuge auf Basis künstlicher Intelligenz einzusetzen, um Werbeanzeigen mit verbotenen Inhalten und Missbrauchsmustern schneller aufzuspüren. Diese Systeme sollen vor allem Netzwerke aufdecken, die Nutzer auf externe Internetseiten mit regelwidrigen Aktivitäten weiterleiten.

Standardisierung bei KI-Agenten und Börsenreaktion

Abseits der regulatorischen Herausforderungen arbeitet der Softwarekonzern an neuen technischen Grundlagen für künstliche Intelligenz. Gemeinsam mit Sierra kündigte Meta am Dienstag das Personal Agent Protocol an.

Der offene Standard entsteht in Kooperation mit Unternehmen wie Walmart, Stripe und Shopify und soll regeln, wie persönliche digitale Agenten künftig mit Firmen interagieren. Sierra plant die Veröffentlichung der ersten Spezifikation für diesen Monat.

An den Finanzmärkten zeigten sich die Anleger von den jüngsten juristischen Initiativen weitgehend unbeeindruckt. Die Aktie von Meta gab gestern im Handel um 0,2 Prozent nach und schloss bei 642,90 Euro. Damit bewegt sich das Papier mit einem Abschlag von 6,3 Prozent weiterhin in Reichweite seines 52-Wochen-Hochs.