Der Technologiekonzern Meta Platforms setzt seinen Kurs aus Aktionärsbeteiligung und massiven Investitionen in künstliche Intelligenz fort. Während das Unternehmen seine Quartalsdividende bestätigt hat, zeichnet sich eine Diversifizierung der Finanzierungsstrategie ab. Medienberichten zufolge sondiert der Konzern erstmals den europäischen Anleihemarkt, um den hohen Kapitalbedarf für den Ausbau seiner KI-Infrastruktur zu decken.

Stabile Ausschüttung und neue Finanzierungswege

Meta wird eine Quartalsdividende von 0,525 US-Dollar pro Aktie für die Anteilsklassen Class A und Class B ausschütten. Wie das Unternehmen mitteilte, ist der Stichtag für die Dividendenberechtigung der 21. September, die Auszahlung erfolgt am 28. September 2026. Damit bleibt die Dividende auf dem Niveau, das nach einer Anhebung im Februar 2025 festgelegt wurde. Die Payout-Ratio liegt laut Analystenberechnungen derzeit bei moderaten 7,4 Prozent.

Parallel dazu bereitet der Konzern offenbar den Einstieg in den europäischen Fremdkapitalmarkt vor. Meta führt derzeit eine sogenannte Non-Deal-Roadshow mit Investoren in Europa durch. Es wäre die erste Emission des Unternehmens außerhalb des US-Dollar-Raums.

Ziel der möglichen Kapitalaufnahme ist die Finanzierung des KI-Ausbaus. Im April 2026 hatte Meta bereits 25 Milliarden US-Dollar am US-Markt aufgenommen, um seine ehrgeizigen Projekte zu bankrollieren.

Analystenlob für KI-Assistenten Muse

Der kürzlich erfolgte Start des KI-Agenten „Muse“ sorgt unterdessen für positive Resonanz am Kapitalmarkt. Doug Anmuth, Analyst bei JPMorgan, stufte die Aktie auf „Overweight“ hoch und hob das Kursziel von 640 auf 820 US-Dollar an.

Muse erreichte bereits zwei Tage nach dem Launch den dritten Platz im US-App-Store. Das neue Tool, das Aufgaben in den Bereichen E-Mail, Zahlungen und Reiseplanung übernimmt, wird in verschiedenen Preismodellen angeboten, die bis zu 100 US-Dollar pro Monat kosten.

Die Experten von JPMorgan begründen ihren Optimismus mit dem enormen Potenzial für KI-gestützte Verbraucherdienste. Sie erwarten jedoch auch steigende Ausgaben: Die Prognosen für die Investitionsausgaben (CapEx) belaufen sich auf 243 Milliarden US-Dollar für das Jahr 2027 und könnten 2028 auf bis zu 284 Milliarden US-Dollar steigen. Auch die Analysten von Rosenblatt zeigten sich zuversichtlich und gaben ein Kursziel von 886 US-Dollar aus.

Regulatorischer Rahmen und Marktentwicklung

Trotz der operativen Fortschritte bleibt das regulatorische Umfeld komplex. Am Donnerstag unterzeichnete der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom neue Gesetze, die den Schutz von Minderjährigen vor süchtig machenden Funktionen und KI-Begleitern verschärfen. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer Einigung im Jugendschutz-Rechtsstreit vor rund zwei Wochen, bei der Meta einem Vergleich über bis zu 17,1 Milliarden US-Dollar zustimmte. Die Summe ist über einen Zeitraum von zehn Jahren zahlbar.

An der Börse zeigte sich das Papier zuletzt stabil. Die Aktie schloss am Freitag bei 558,40 Euro, was einem leichten Tagesplus von 0,6 Prozent entspricht. Damit notiert der Wert aktuell 7,0 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 521,89 Euro.

Zum 52-Wochen-Hoch von 672,70 Euro, das im September des vergangenen Jahres erreicht wurde, verbleibt hingegen noch ein Abstand von 17 Prozent. Die Marktkapitalisierung beläuft sich umgerechnet auf rund 1.434 Milliarden Euro.