Meta liefert diese Woche gleich mehrfach Gründe zum Hinschauen. Auf der Entwicklerkonferenz Connect präsentierte Zuckerberg neue Hardware und Handelspartnerschaften für die KI-Agentin Muse — und die Analystenhäuser reagieren mit einer Welle nach oben korrigierter Kursziele.
BofA Securities bestätigte seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 810 Dollar. Morgan Stanley bleibt bei „Overweight“ und sieht 775 Dollar, KeyBanc springt sogar auf 900 Dollar hoch. Die Aktie selbst notierte zuletzt bei 744,10 Dollar und hat binnen einer Woche über neun Prozent zugelegt.
Muse soll zur Einnahmequelle werden
Der eigentliche Treiber der Rally ist Metas Monetarisierungsstrategie für Muse. Der Assistent soll künftig über ein Provisionsmodell Geld verdienen, wenn Nutzer über ihn einkaufen. Neue Partnerschaften mit Walmart, Best Buy, Shopify, Expedia, Instacart, Dick’s Sporting Goods und Gap sollen den Handel direkt in die Meta-Plattformen integrieren.
Morgan Stanley erwartet zunächst niedrige Transaktionsgebühren — Meta wolle erst Reichweite und Nutzerverhalten skalieren, bevor die Monetarisierung richtig anläuft. Diese Zurückhaltung könnte laut den Analysten Konkurrenten wie Google unter Druck setzen, ähnlich günstige Konditionen anzubieten. Auch für Amazon steige der Anreiz, sich der Muse-Plattform anzuschließen, um keine Marktanteile zu verlieren.
Parallel baut Meta sein Hardware-Portfolio aus. Der schlüsselanhänger-große „Muse Charm“ mit Display, Mikrofon, zwei Kameras und 5G-Anbindung soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommen — Zuckerberg selbst räumte ein, das Gerät sei „noch nicht ganz fertig“. Damit positioniert sich Meta vor Konkurrent OpenAI, dessen ähnliches Gerät mit Ex-Apple-Designer Jony Ive derzeit durch eine Klage von Apple belastet wird.
Für das Frühjahr kündigte Meta zudem die „Meta VR Glasses“ an — nur 100 Gramm leicht und mit 1.299 Dollar deutlich günstiger als Apples Vision Pro. Eine bereits in den USA verfügbare KI-Brille mit Display kommt ab dem 13. Oktober für 899 Euro auch nach Deutschland.
Nicht alle Stimmen sind euphorisch. Laut einer Bewertungsanalyse von InvestingPro erscheint die Aktie beim aktuellen Kursniveau gegenüber ihrem fairen Wert bereits überbewertet — ein Kontrapunkt zu den optimistischen Kurszielen der Investmentbanken. Sieben Analysten kommen aktuell auf ein durchschnittliches Kursziel von rund 776 Dollar, mit einer Spanne von 710 bis 875 Dollar.
Wie viel der Muse-Euphorie sich in tatsächliche Umsätze übersetzt, entscheidet sich erst, wenn die angekündigten Transaktionsgebühren konkret greifen. Bislang gibt es dazu keine festen Zahlen — nur die Ankündigung eines Provisionsmodells ohne Zeitplan.
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