Der australische Metallverarbeitungsspezialist Metallium verzeichnete am heutigen Dienstag ein Kursplus von 8,3 Prozent. Damit setzt das Papier die positive Tendenz der vergangenen Tage fort, nachdem das Unternehmen die Anwendungsbereiche seiner proprietären Flash-Joule-Heating-Technologie (FJH) erfolgreich über das bisherige Feld des E-Waste-Recyclings hinaus erweitert hat. Mit einem aktuellen Kurs von 0,2698 Euro notiert der Wert nun 12 Prozent über seinem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt.

Rekordwerte bei Germanium und Seltenerderden

Im Zentrum der jüngsten Entwicklung stehen umfangreiche Testergebnisse zur FJH-Technologie, die Metallium vor rund zwei Wochen veröffentlichte. Das Verfahren wurde erfolgreich auf Seltenerderden, Germanium, Metalle der Platingruppe (PGM) sowie Rotschlamm und Gallium angewendet.

Die Erweiterung der Pipeline gilt als wesentlicher Schritt für die angestrebte Kommerzialisierung. Besonders hervorzuheben ist dabei eine Germanium-Anreicherung um das bis zu 280-Fache. Bei Seltenerderden konnte eine mehr als vierfache Anreicherung von Neodym-Praseodym (NdPr) aus Roh-Erz erzielt werden.

Darüber hinaus lieferten die Tests ein PGM-reiches Produkt mit einem Reinheitsgrad von über 60 Prozent. Bei der Verarbeitung von Rotschlamm wurde eine Aluminium-Rückgewinnungsrate von etwa 95 Prozent bei gleichzeitiger Gallium-Konzentration erreicht.

Diese Ergebnisse bilden laut Unternehmensangaben die Grundlage für laufende kommerzielle Gespräche mit verschiedenen Branchenteilnehmern. Bislang wurden jedoch noch keine unterzeichneten Verträge aus diesen neuen Testreihen gemeldet.

Kooperation für MXene-Produktion

Bereits am 4. August schloss Metallium zudem eine auf zwölf Monate angelegte Vereinbarung mit Environmental Clean Technologies (ECT). Ziel dieser Kooperation ist die Evaluierung des FJH-Verfahrens für die Produktion von MXenen. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von zweidimensionalen anorganischen Verbindungen, die aufgrund ihrer hohen elektrischen Leitfähigkeit für technologische Anwendungen von Bedeutung sind. Am selben Tag hielt das Unternehmen zudem seinen Earnings Call zum vierten Quartal 2026 ab.

Parallel zur technologischen Entwicklung ordnete Metallium seine Führungsebene neu. Am 9. und 10. August wurden Veränderungen im Vorstand sowie im Management bekannt gegeben, um die strategische Umsetzung der Wachstumspläne zu unterstützen. Diese Neuausrichtung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen die ersten Schritte in Richtung einer operativen Umsatzgenerierung unternimmt.

Herausforderungen bis zum Marktstart 2027

Trotz der technischen Erfolge stehen konkrete wirtschaftliche Kennzahlen zur großflächigen Skalierung noch aus. Medienberichten zufolge hat Metallium bislang keine detaillierten Angaben zu den künftigen Betriebskosten, dem exakten Energieverbrauch oder den industriellen Rückgewinnungsraten unter kommerziellen Bedingungen gemacht.

Diese Kennziffern werden von Branchenbeobachtern jedoch als entscheidend für die Bewertung der Wettbewerbsfähigkeit gegenüber klassischen metallurgischen Verfahren angesehen.

Das Unternehmen verfolgt einen fest definierten Zeitplan für den operativen Start des kommerziellen Betriebs. Im ersten Halbjahr 2027 sollen die ersten Verkäufe von verarbeiteten Leiterplatten-Produkten (PCB) erfolgen. Bis dahin müssen die laufenden Gespräche mit Industriepartnern in feste Liefer- oder Dienstleistungsverträge überführt werden, um die langfristige Finanzierung und Auslastung der geplanten Kapazitäten zu sichern.