Starkes operatives Geschäft, katastrophales Endergebnis. Bei Metaplanet klaffen Realität und Bilanz aktuell extrem weit auseinander. Die aggressive Bitcoin-Strategie des Unternehmens fordert ihren Tribut. Die Folge: ein tiefer Sturz in die roten Zahlen.

Rote Zahlen trotz Wachstum

Im ersten Quartal 2026 verbuchte Metaplanet einen Nettoverlust von rund 725 Millionen US-Dollar. Der Hauptgrund dafür liegt in der Krypto-Bilanzierung. Wertminderungen des eigenen Bitcoin-Bestands kosteten das Unternehmen 736 Millionen Dollar.

Das eigentliche Kerngeschäft floriert parallel dazu. Der operative Umsatz sprang um 251 Prozent auf 19 Millionen Dollar. Auch der Betriebsgewinn legte massiv zu und erreichte 14,3 Millionen Dollar. Ohne die Schwankungen am Kryptomarkt arbeitet das Unternehmen hochprofitabel.

Aufstieg zum Krypto-Riesen

Das Management hält unbeirrt an seiner Strategie fest. Kürzlich kaufte Metaplanet weitere 5.075 Bitcoin für knapp 400 Millionen Dollar. Damit überholt der Konzern MARA Holdings. Er ist nun der drittgrößte börsennotierte Bitcoin-Besitzer weltweit.

Ende März umfasste der Bestand gut 40.000 Bitcoin. Zur Finanzierung nutzt das Unternehmen einen besicherten Kreditrahmen von 500 Millionen Dollar. Davon waren Mitte Mai bereits 302 Millionen Dollar ausgeschöpft.

Hinzu kommen frische Mittel aus dem Kapitalmarkt. Metaplanet platzierte Nullkupon-Anleihen im Wert von 52 Millionen Dollar. Eine Kapitalerhöhung spülte weitere 137 Millionen Dollar in die Kassen.

Gegenwind von der Notenbank

Die US-Notenbank erschwert aktuell das Marktumfeld. Die Fed beließ den Leitzins am gestrigen Mittwoch bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Sie stellte für dieses Jahr nur noch eine Zinssenkung in Aussicht. Daraufhin fiel der Bitcoin-Kurs unter die Marke von 71.000 Dollar.

An der Börse spiegelt sich diese Nervosität wider. Die Metaplanet-Aktie gab heute um 4,29 Prozent auf 1,27 Euro nach. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf knapp 43 Prozent.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 11,35 Euro ist das Papier fast 89 Prozent entfernt. Der RSI-Wert von 36 deutet auf einen überverkauften Zustand hin. Die extrem hohe Volatilität garantiert jedoch weitere heftige Kursschwankungen in den kommenden Wochen.