Metaplanet steht unter massivem Druck der Aktionäre. CEO Simon Gerovich versucht derzeit, die Wogen zu glätten, nachdem heftige Kritik am umfangreichen Aktienoptionsprogramm des Unternehmens laut wurde. Im Kern geht es um eine drohende Verwässerung der Anteile durch einen massiv angewachsenen Optionspool, der im Zusammenhang mit der Bitcoin-Strategie des Unternehmens steht.
Deckelung des Optionspools soll Anleger beruhigen
Hintergrund der Unruhe ist das sogenannte „Serie 10“-Optionsprogramm, das ursprünglich im Dezember 2022 aufgelegt wurde. Durch automatische Anpassungsmechanismen infolge von Bitcoin-Käufen und Kapitalmaßnahmen schwoll dieser Pool von ursprünglich 46 Millionen auf zwischenzeitlich 319 Millionen Aktien an. Wie das Branchenportal The Block berichtet, entspricht dies etwa 20 Prozent des verwässerten Eigenkapitals.
Um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen, wurde der Optionspool am 18. August auf 319.464.000 Aktien eingefroren. Aktionärskreise fordern laut Medienberichten jedoch die Streichung von rund 273 Millionen dieser Anteile, die allein durch die Verwässerung seit dem strategischen Pivot hin zu Bitcoin im April 2024 entstanden sind.
Die nächste Vesting-Phase des Programms ist für den 8. Februar 2027 angesetzt. Für die bereits ausgegebenen Optionen gilt eine Sperrfrist bis zum Jahr 2031.
CEO räumt Versäumnisse in der Kommunikation ein
Simon Gerovich reagierte am vergangenen Sonntag öffentlich auf die Vorwürfe und räumte ein, dass die Erklärungen zur Struktur der Serie-10-Optionen und zur Verbindung mit MMXX Ventures unzureichend gewesen seien. Er betonte jedoch, dass er als nicht-geschäftsführender Gesellschafter von MMXX keinen Einfluss auf deren Handelsentscheidungen habe.
Gerovich selbst übte am 28. August insgesamt 92.000 Bezugsrechte aus und erhielt dafür rund 64 Millionen Aktien. Sein direkter Anteil am Unternehmen stieg damit auf etwa 79,59 Millionen Aktien, was einer Beteiligungsquote von 6,2 Prozent entspricht.
Trotz der Klarstellungen des Managements bleibt die Skepsis am Markt hoch. Anleger sorgen sich vor allem um die langfristige Werthaltigkeit ihrer Anteile, wenn ein erheblicher Teil des Kapitals für Management-Incentives gebunden ist. Parallel dazu treibt das Unternehmen seine Krypto-Strategie weiter voran und hält laut Berichten von Blockonomi inzwischen einen Bestand von 43.000 Bitcoin (BTC).
Marktreaktion und Kursentwicklung
Die Unsicherheit über die künftige Kapitalstruktur schlägt sich deutlich im Börsenwert nieder. Am heutigen Dienstag verzeichnet die Aktie einen Rückgang von 7,4 Prozent. Damit setzt sich die schwache Tendenz der letzten Tage fort, nachdem das Papier bereits am Montag deutlich nachgegeben hatte.
Der Kurs notiert aktuell bei 1,38 Euro. Damit hat sich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch weiter vergrößert; die Aktie liegt derzeit rund 71 Prozent unter dem im September vergangenen Jahres erreichten Spitzenwert von 4,82 Euro.
Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus für die Anleger auf 38 Prozent, während der breite japanische Markt im selben Zeitraum deutlich zulegen konnte. Die Marktkapitalisierung von Metaplanet wird derzeit mit umgerechnet 2,18 Milliarden Euro beziffert.
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