Die Meyer Burger Technology AG steht vor dem endgültigen Börsenaus. Nach monatelangem Überlebenskampf mit gescheiterten Rettungsversuchen und Insolvenzverfahren wird die Aktie am 13. Januar 2026 zum letzten Mal gehandelt. Für Aktionäre bedeutet dies den Totalverlust ihrer Investition.

Das finale Börsen-Aus

Das Regulatory Board der SIX Group hat die Dekotierung aller Meyer Burger-Aktien genehmigt. Der 13. Januar 2026 markiert den letzten Handelstag, die formelle Abwicklung folgt am nächsten Tag. Das Unternehmen verzichtete bereits im September auf einen Einspruch – ein deutliches Signal der Kapitulation.

Die operative Basis des einstigen Solarhoffnungsträgers ist längst kollabiert:
– Deutsche Tochtergesellschaften seit August/September 2025 in Insolvenz
– US-Gesellschaften bereits seit Juni 2025 im Chapter-11-Verfahren
– Verkauf von US-Anlagen für 29 Millionen Dollar gerichtlich genehmigt
– Schweizer Muttergesellschaft seit September unter Nachlassstundung

Kampf ums Überleben gescheitert

Die intensive Suche nach einem Investor blieb erfolglos. Der Verwaltungsrat musste eingestehen: Keine realistischen Chancen mehr für eine Rettung der gesamten Unternehmensgruppe. Der aggressive Preiskampf durch Billigimporte aus China untergrub die Profitabilität, während Förderungsunsicherheiten in USA und Europa das Geschäftsmodell zusätzlich belasteten.

Der entscheidende Schlag kam im November 2024: Die Kündigung eines milliardenschweren Liefervertrags durch den amerikanischen Großkunden D.E. Shaw Renewable Investments beschleunigte den finalen Kollaps.

Letzte Chance oder Endspiel?

Für Anleger bleiben nur noch wenige Wochen zum Handeln. Doch was erwartet sie in den letzten Börsentagen? Extreme Volatilität bei minimalen Handelsvolumen – ein gefährliches Spiel für Spekulanten.

Das Management strebt einen Nachlassvertrag an, der Aktionäre komplett ausschließt. Sämtliche Vermögenswerte fließen zur Gläubigerbefriedigung. Nach dem Delisting werden die Aktien aus den Depots ausgebucht – ohne finanziellen Gegenwert. Ein bitteres Ende für europäische Solar-Träume.