Der Spirituosen- und Lebensmittelzutatenhersteller MGP Ingredients hat die Analystenerwartungen im vierten Quartal 2025 deutlich übertroffen – und stürzte trotzdem an der Börse ab. Die Aktie verlor im vorbörslichen Handel über 20 Prozent und fiel auf 22,75 Dollar. Damit notiert das Papier nur noch knapp über dem 52-Wochen-Tief von 21,67 Dollar und liegt etwa 42 Prozent unter dem Jahreshoch von 35,49 Dollar.
Zahlen überraschen positiv, Ausblick enttäuscht brutal
Mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 0,63 Dollar übertraf das Unternehmen die Konsensschätzung von 0,49 Dollar um satte 28,6 Prozent. Auch beim Umsatz lag MGP Ingredients mit 138,3 Millionen Dollar über den erwarteten 134,31 Millionen Dollar. Doch der Blick nach vorn trübt die Stimmung massiv: Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das Management mit einem Gewinn je Aktie zwischen 1,50 und 1,80 Dollar – der Mittelwert von 1,65 Dollar liegt deutlich unter der Analystenschätzung von 2,44 Dollar. Beim Umsatz erwartet MGP Ingredients 480 bis 500 Millionen Dollar, während die Wall Street mit 510,9 Millionen Dollar gerechnet hatte.
Die Zahlen für 2025 zeigen das ganze Ausmaß der Herausforderungen: Der Umsatz brach um 23 Prozent auf 536,4 Millionen Dollar ein, der bereinigte Gewinn je Aktie sank um 49 Prozent auf 2,85 Dollar. Besonders hart traf es das Distilling-Solutions-Segment, wo die Erlöse im vierten Quartal um 47 Prozent auf 43,6 Millionen Dollar einbrachen. Die Verkäufe von braunen Spirituosen fielen sogar um 53 Prozent.
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Premium-Bourbon als Lichtblick in schwierigem Umfeld
Während die Zahlen insgesamt enttäuschen, gibt es zumindest einen Hoffnungsträger: Der Premium-Plus-Bereich mit der Bourbon-Marke Penelope wuchs im vierten Quartal um 10 Prozent. Über den gesamten 52-Wochen-Zeitraum bis zum 27. Dezember 2025 legte Penelope bei den Nielsen-erfassten Verkäufen sogar um 80 Prozent zu – die zweitstärkste Wachstumsrate unter den Top-30-Premium-Plus-American-Whiskey-Marken. Die Distributionspunkte verdoppelten sich, die Verkaufsgeschwindigkeit stieg um 12 Prozent.
CEO Julie Francis kündigte eine Portfoliobereinigung an: Rund 20 Prozent der Nischenmarken sollen rationalisiert werden, um Ressourcen auf wachstumsstarke Premium-Marken zu konzentrieren. Die Werbeausgaben im Branded-Spirits-Segment sollen 2026 auf etwa 13,5 Prozent der Segmenterlöse steigen, mit einem deutlichen Schwerpunkt auf digitalem Marketing – hier plant MGP eine Verdreifachung der Ausgaben.
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Überangebot drückt auf Distilling-Geschäft
Das Kernproblem bleibt die Überversorgung im Whiskey-Markt. Laut den jüngsten verfügbaren Daten der Craft Spirits and Taxation Bureau ging die heimische Whiskey-Produktion in den USA über die vergangenen zwölf Monate um 26 Prozent zurück, in den letzten sechs Monaten sogar um 29 Prozent. Medienberichte über stillgelegte Destillerien häufen sich. MGP Ingredients hat seine Produktion noch stärker gedrosselt als der Markt und rechnet für 2026 mit einem weiteren Rückgang der Distilling-Solutions-Erlöse um 35 Prozent.
Das Unternehmen setzt auf eine Neuausrichtung: Neben dem klassischen Whiskey-Geschäft will MGP verstärkt Premium-White-Goods wie Gin anbieten und den Verkauf von gereiftem Whiskey an internationale Private-Label-Kunden ausbauen. Zudem generiert das Warehouse-Services-Geschäft, bei dem Kunden ihre Fässer bei MGP lagern, zusätzliche Cashflows.
Trotz der Gewinneinbrüche stieg der operative Cashflow 2025 um 19 Prozent auf einen Rekordwert von 122 Millionen Dollar. Die Nettoverschuldung liegt bei etwa dem Zweifachen des EBITDA. Im zweiten Quartal 2026 steht eine Earnout-Zahlung von 111 Millionen Dollar für die Penelope-Übernahme an, wodurch die Verschuldung vorübergehend auf das 3,75-Fache steigen wird. Trotz allem hält MGP an seiner Dividende fest: 0,12 Dollar je Aktie werden am 27. März 2026 ausgezahlt – das 16. Jahr in Folge mit Dividendenzahlungen.
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