Für einen kurzen Moment gehörte Micron am Donnerstag zu den wertvollsten Unternehmen der Welt. Die Marktkapitalisierung durchbrach die magische Grenze von einer Billion US-Dollar. Auslöser waren extreme neue Kursziele von führenden Analysten. Aktuell kühlt die Euphorie bei der Aktie wieder etwas ab.
Analysten überbieten sich
Gleich drei große Investmentbanken haben ihre Prognosen drastisch nach oben geschraubt. Susquehanna ruft ein neues Rekordziel von 1.750 US-Dollar auf. Daiwa Securities zieht mit 1.600 US-Dollar nach. Wolfe Research sieht das Potenzial bei 1.250 US-Dollar.
Die Experten sind sich einig. Der Grund für den Optimismus liegt in den steigenden Preisen für Speicherchips. Analyst Chris Caso von Wolfe Research erwartet ein Umfeld dauerhaft hoher Preise für DRAM und NAND. Die Nachfrage durch Künstliche Intelligenz trifft auf ein stark begrenztes Angebot.
Prominente neue Managerin
Parallel dazu verstärkt Micron seine Führungsebene. Dr. Alexis Black Björlin zieht in den Verwaltungsrat ein. Sie bringt wertvolle Erfahrung von Branchengrößen wie Nvidia, Meta und Intel mit.
Diese Nachrichten trieben den Kurs am Donnerstag auf 860 Euro. Am Freitag nehmen Anleger Gewinne mit. Die Aktie gibt um drei Prozent auf rund 834 Euro nach.
Kein Wunder. Seit Jahresbeginn steht immer noch ein massives Plus von 210 Prozent auf der Anzeigetafel. Das aktuelle Niveau liegt nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von Anfang Juni.
Fokus auf die Quartalszahlen
Am 24. Juni legt Micron die Ergebnisse für das dritte Quartal vor. Die Erwartungen sind nach dem starken Vorquartal enorm hoch. Damals übertraf der Konzern die Schätzungen deutlich.
Marktforscher von IDC rechnen bis Ende 2027 mit anhaltenden Engpässen bei Speicherchips. Hält der Preistrend bei Hochleistungsspeichern an, winken Micron laut Wolfe Research bis dahin Jahresumsätze von rund 226 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie könnte auf 135 US-Dollar klettern.
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