Micron Technology hat einen exklusiven Club betreten: Der Speicherhersteller ist nun mehr als eine Billion Dollar wert. Auslöser ist ein massives Kursziel von UBS – und Rekordzahlen, die Microns Schlüsselrolle in der KI-Infrastruktur untermauern.
UBS setzt auf strukturellen Wandel
Timothy Arcuri, Analyst bei UBS, hob das Zwölf-Monats-Kursziel für Micron von 535 auf 1.625 Dollar an. Das entspricht einem Plus von rund 115 Prozent zum damaligen Kursniveau – und einer impliziten Bewertung von etwa 1,8 Billionen Dollar.
Die Begründung: Micron durchläuft einen fundamentalen Wandel. Aus dem zyklischen Rohstoffproduzenten wird ein stabiler KI-Infrastruktur-Lieferant. Neue langfristige Abnahmeverträge decken rund 30 Prozent des globalen DRAM-Volumens ab – mit fixen Mengen und teils fixierten Preisen. UBS rechnet damit, dass Microns Gewinn je Aktie bis 2029 selbst bei moderater Konjunkturabschwächung die 100-Dollar-Marke übersteigen könnte.
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Rekordzahlen aus dem zweiten Quartal
Den Beweis für diese Wende lieferte Micron mit den jüngsten Geschäftszahlen: Der Umsatz stieg im zweiten Geschäftsquartal um 196 Prozent auf 23,86 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 12,20 Dollar weit über den Analystenerwartungen von 8,65 Dollar.
Für das dritte Quartal stellt der Konzern einen Umsatz von 33,5 Milliarden Dollar in Aussicht, bei einer Bruttomarge von 81 Prozent. Treiber ist das Hochbandspeicher-Geschäft (HBM), das zum Engpass für die KI-Chip-Produktion geworden ist. Micron bestätigte: Die HBM-Kapazität für 2026 ist bereits komplett ausgebucht.
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Die Aktie notierte am Donnerstag bei 808 Euro – ein neues 52-Wochen-Hoch. Das Plus binnen zwölf Monaten liegt bei rund 850 Prozent.
Die ganze Branche profitiert
Micron steht mit dem Meilenstein nicht allein: SK Hynix überschritt diese Woche ebenfalls die Billionengrenze, Samsung war ihr bereits Anfang Mai vorausgegangen. Der gemeinsame Aufstieg der drei großen Speicherhersteller spiegelt eine anhaltende Unterversorgung wider. Branchenprognosen zufolge wird der DRAM-Markt mindestens bis zum zweiten Quartal 2028 unterversorgt bleiben, NAND-Flash-Speicher sogar bis Ende 2027.
Micron will darauf mit Investitionen von über 25 Milliarden Dollar im laufenden Geschäftsjahr reagieren. Solange die KI-Nachfrage die Produktionskapazitäten übersteigt, bleibt die Bewertung der Speicherbranche auf Rekordniveau.
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