Fast tausend Euro je Aktie — und nur noch 1,1 Prozent vom 52-Wochen-Hoch entfernt. Micron hat in den vergangenen sieben Handelstagen knapp 17 Prozent zugelegt. Der Kurs spiegelt eine klare Wette wider: KI-Speicher wird knapp, und Micron sitzt an der Quelle.

HBM4 als Kernbotschaft

Auf der HPE Discover-Konferenz in Las Vegas, die vom 15. bis 18. Juni stattfand, präsentierte Micron seine Rolle in der KI-Infrastruktur. Die Themen: GPU-Versorgung mit HBM und DRAM, Speicher-Tiering für Inferenz-Workloads, SSDs für Rechenzentren. Kein Wort über Consumer-Speicher.

Das ist kein Zufall. Micron produziert HBM4 mit 36 GB und 12 Speicherlagen bereits in hohen Stückzahlen. Die Bandbreite liegt bei mehr als 2,8 TB/s — das entspricht dem 2,3-Fachen des Vorgängers HBM3E. Der Energieverbrauch sinkt dabei um mehr als 20 Prozent. Für KI-Rechenzentren, die GPU-Cluster mit Speicher versorgen müssen, sind das entscheidende Kennzahlen.

Kurs weit über dem Durchschnitt

Die Kursentwicklung zeigt, wie stark Investoren Micron neu bewertet haben. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 269 Prozent zugelegt. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 646 Euro — der aktuelle Kurs von 991,50 Euro übertrifft ihn um mehr als 53 Prozent. Der 14-Tage-RSI von 68,1 liegt knapp unter der klassischen Überkauft-Schwelle von 70. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität beträgt 96 Prozent. Das sind keine Zahlen für schwache Nerven.

Hohe Erwartungen für den 24. Juni

Am 24. Juni legt Micron die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal 2026 vor. Die eigene Prognose ist ambitioniert: 33,5 Milliarden Dollar Umsatz, eine GAAP-Bruttomarge von rund 81 Prozent und ein verwässerter Gewinn je Aktie von 18,90 Dollar auf GAAP-Basis.

Zum Vergleich: Im zweiten Quartal erzielte Micron 23,86 Milliarden Dollar Umsatz bei einer Bruttomarge von 74,4 Prozent. Der Gewinn je Aktie lag bei 12,07 Dollar. Der Sprung, den das Unternehmen für Q3 in Aussicht stellt, ist erheblich.

Der Markt hat diesen Sprung bereits eingepreist. Wer am 24. Juni liefert, bestätigt die Neubewertung. Wer auch nur leicht verfehlt, trifft auf eine Aktie, die 183 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt notiert — und entsprechend wenig Spielraum für Enttäuschungen lässt.