Micron legt eine kurze Verschnaufpause ein. Nach einer gewaltigen Rallye notiert der Chipwert aktuell bei 982,80 Euro. Am Donnerstag markierte das Papier noch ein Rekordhoch von gut 1.000 Euro. Jetzt rückt die operative Leistung in den Fokus.

Die bisherige Kursentwicklung ist extrem. Seit Jahresbeginn schoss der Kurs um rund 265 Prozent nach oben. Auf Sicht von zwölf Monaten steht sogar ein Plus von 848 Prozent auf der Anzeigetafel. Der Markt hat den Aufschwung im Speicherchip-Zyklus längst eingepreist.

Ambitionierte Vorgaben

Am kommenden Mittwoch präsentiert das Management die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal. Die Messlatte liegt enorm hoch. Micron selbst hat ambitionierte Ziele ausgegeben. Der Konzern peilt einen Umsatz von rund 33,5 Milliarden US-Dollar an.

Das Ziel: eine Bruttomarge von etwa 81 Prozent. Dieser Wert verbindet Preisgestaltung und Kostendisziplin direkt mit der Ertragskraft. Einen Patzer verzeiht der Markt auf diesem Kursniveau kaum.

Im Vorquartal lieferte das Unternehmen noch beeindruckende Wachstumsraten. Der Umsatz sprang auf knapp 23,9 Milliarden US-Dollar. Das entsprach fast einer Verdreifachung gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch der operative Cashflow glänzte mit 11,9 Milliarden US-Dollar.

Das Geschäft mit Cloud-Speichern und mobilen Endgeräten trieb das Wachstum im zweiten Quartal an. Beide Sparten steuerten jeweils rund 7,7 Milliarden US-Dollar zum Gesamtumsatz bei. Rechenzentren brachten weitere 5,7 Milliarden US-Dollar ein.

Wenig Spielraum nach unten

Die technische Ausgangslage lässt wenig Raum für Enttäuschungen. Mit einem Abstand von 52 Prozent zur 50-Tage-Linie ist die Aktie heiß gelaufen. Der RSI-Wert von 67 signalisiert starkes Momentum. Eine extreme Übertreibung liegt aber noch nicht vor.

Die Entscheidung fällt am 24. Juni. Anleger messen die tatsächlichen Ergebnisse dann direkt an der konzerneigenen Prognose. Verfehlt Micron die Margenziele, droht ein deutlicher Rücksetzer. Bestätigt das Management die Zahlen, festigt das die aktuelle Bewertung.