Am Mittwoch legt Micron Technology seine Zahlen für das dritte Geschäftsquartal vor. Die Erwartungen an den Halbleiterkonzern sind gewaltig. Der anhaltende KI-Boom treibt die Nachfrage nach speziellen Speicherchips in beispiellose Höhen.
Anleger haben diese Entwicklung längst eingepreist. Die Aktie schloss am Freitag bei 991,50 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein massives Plus von rund 856 Prozent auf der Anzeigetafel. Damit notiert das Papier nur denkbar knapp unter seinem jüngsten Allzeithoch.
Analysten erwarten Überraschung
Das Management selbst stellte zuletzt einen Umsatz von etwa 33,5 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Viele Analysten gehen jedoch von deutlich mehr aus. Sie prognostizieren Erlöse von bis zu 35,5 Milliarden Dollar. Auch beim Gewinn je Aktie rechnet der Markt mit einem spürbaren Aufschlag zur Unternehmensprognose.
Der Grund für diesen Optimismus liegt im Bereich High-Bandwidth Memory (HBM). Diese Hochleistungsspeicher sind für KI-Anwendungen unverzichtbar. Micron ist hier auf absehbare Zeit ausverkauft. Die Produktionskapazitäten für das gesamte Jahr 2026 sind bereits vollständig vergeben. Die Nachfrage übersteigt das verfügbare Angebot aktuell um mehr als die Hälfte.
Hohe Fallhöhe
Diese extremen Wachstumsraten bergen Risiken. Die Speicherbranche gilt traditionell als stark zyklisch. Eine enttäuschende Prognose für 2027 könnte den Kurs empfindlich treffen. Die Folge: eine immense Fallhöhe.
Parallel dazu signalisiert die US-Notenbank für den Rest des Jahres einen harten Kurs bei den Zinsen. Das bremst hoch bewertete Technologiewerte oft aus. Am Mittwochabend nach US-Börsenschluss müssen die Zahlen daher makellos ausfallen. Jeder Hinweis auf nachlassende Preise bei Speicherchips dürfte sofortige Gewinnmitnahmen auslösen.
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