Micron erholt sich. Die Aktie des Speicherchip-Herstellers legte 1,43 Prozent zu und schloss bei 757,00 Euro. Gleich zwei Wall-Street-Häuser äußerten sich zeitgleich bullisch, während parallel die Quartalsdividende ausgezahlt wird.
Analysten wittern Kaufgelegenheit
Speicherchip-Aktien waren in der Vorwoche kräftig unter Druck geraten. Morgan-Stanley-Analyst Joseph Moore sieht genau darin jetzt eine Einstiegschance. Seiner Einschätzung nach speist sich die diesjährige Nachfrage nach Speicherchips allein aus der Stärke der Rechenzentren.
Das Angebot bleibt laut Moore extrem knapp. Er rechnet für das dritte Quartal mit einem Preisanstieg von 25 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Die Erholung zeigte sich bereits am Montag: Micron und der Konkurrent SanDisk legten beide um rund 5,5 Prozent zu, nachdem beide Titel zuvor drei Handelstage in Folge verloren hatten.
UBS-Analyst Timothy Arcuri legte mit einer eigenen Einschätzung zur Cash-Position nach. Er erwartet für Micron in den kommenden Jahren einen außergewöhnlich hohen freien Cashflow. Die Bank hält es sogar für möglich, dass der Konzern bis 2028 rund 40 Prozent seiner eigenen Aktien zurückkauft.
Dividende trifft auf Rekordquartal
Zum Kursplus kommt am Dienstag ein zweiter Termin: Die jüngste Quartalsdividende wird fällig. Der Vorstand hatte am 24. Juni 2026 eine Ausschüttung von 0,15 US-Dollar je Aktie beschlossen, zahlbar am 21. Juli an alle zum 6. Juli registrierten Aktionäre.
Die Zahlung folgt auf ein außergewöhnliches Quartal. Der Umsatz im dritten Fiskalquartal sprang auf 41,46 Milliarden US-Dollar, nach 23,86 Milliarden im Vorquartal und nur 9,30 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 24,67 US-Dollar je verwässerter Aktie.
CEO Sanjay Mehrotra bezeichnete die Zahlen als Beleg für den strategischen Wert von Speicherchips im KI-Zeitalter.
Kurs bleibt volatil
Trotz der jüngsten Erholung liegt die Aktie noch weit unter ihrem Rekordhoch. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.103,80 Euro, erreicht am 25. Juni 2026, trennen Micron aktuell 31,42 Prozent. Auf Jahressicht bleibt die Aktie mit einem Plus von 200,28 Prozent aber ein Ausnahmewert im Sektor.
Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 102,83 Prozent zeigt, wie ruppig der Handel zuletzt verlief. Ein RSI von 42 signalisiert dabei weder überkaufte noch überverkaufte Bedingungen nach der scharfen Korrektur der vergangenen Wochen.
Die Kombination aus erneuertem Analysten-Vertrauen und der bestätigten Dividendenzahlung liefert Investoren zwei greifbare Signale nach Wochen heftiger Kursschwankungen. Micron selbst rechnet damit, dass die Angebotsknappheit bei Speicherchips über das Jahr 2027 hinaus bestehen bleibt. Ob die aktuelle Erholung trägt, dürfte sich daran entscheiden, wie lange der KI-getriebene Nachfrageschub nach DRAM- und NAND-Produkten anhält.
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