Micron hat den Halbleitermarkt mit einem Rekordquartal aufgeweckt. Die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal übertrafen die Erwartungen deutlich — und der Ausblick setzt die Messlatte noch höher.
Zahlen, die für sich sprechen
Der Umsatz kletterte auf 41,46 Milliarden Dollar. Das ist fast das Doppelte des Vorquartals und mehr als viermal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Der GAAP-Nettogewinn erreichte 28,24 Milliarden Dollar, was 24,67 Dollar je verwässerter Aktie entspricht. Der operative Cashflow stieg auf 25,39 Milliarden Dollar — nach 4,61 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor.
Die Stärke zog sich durch alle Segmente. Cloud Memory erzielte 13,77 Milliarden Dollar, Core Data Center 11,52 Milliarden Dollar. Mobile und Client kamen auf denselben Wert. Automotive und Embedded steuerten 4,63 Milliarden Dollar bei. Micron erwirtschaftete außerdem einen bereinigten freien Cashflow von 18,3 Milliarden Dollar nach Investitionen von 7,1 Milliarden Dollar.
Der Ausblick ist das eigentliche Signal
Für das vierte Geschäftsquartal erwartet Micron einen Umsatz von rund 50 Milliarden Dollar. Die Bruttomarge soll bei etwa 86 Prozent liegen. Der verwässerte Gewinn je Aktie wird auf 31,00 Dollar auf Non-GAAP-Basis geschätzt. Das sind keine Routinezahlen — das ist eine neue Benchmark für den KI-Speicherzyklus.
Diese Guidance verschiebt die Diskussion. Es geht nicht mehr darum, ob Micron ein starkes Quartal hatte. Es geht darum, ob das Unternehmen seine Preissetzungsmacht im Speicherchipmarkt dauerhaft verteidigen kann.
Kurs springt, Momentum bleibt hoch
Der Markt reagierte sofort. Die Aktie legte am Donnerstag um 15,7 Prozent zu. Auf Sicht von 30 Tagen beträgt das Plus 32,62 Prozent, seit Jahresbeginn sind es fast 294 Prozent. Der Schlusskurs lag zuletzt bei 1.059,60 Euro — nur vier Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 1.103,80 Euro, das am 25. Juni erreicht wurde.
Der RSI von 65,5 zeigt starkes Momentum, ohne den überkauften Bereich zu berühren. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 107,52 Prozent macht aber deutlich: Jede Änderung der Erwartungen schlägt sich sofort im Kurs nieder.
Technologie als Fundament
Micron liefert HBM4 bereits in hohen Stückzahlen für eine führende Kundenplattform. HBM4E ist in Entwicklung, die Serienproduktion ist für 2027 geplant. Hinzu kommt ein PCIe-Gen6-SSD auf G9-Basis sowie ein 245-Terabyte-QLC-SSD, der sich bereits in der Auslieferung befindet.
Das nächste Quartal wird zeigen, ob Micron die selbst gesetzten Ziele erreicht. Mit 50 Milliarden Dollar Umsatz und 86 Prozent Bruttomarge als Latte haben Anleger jetzt einen konkreten Maßstab — und Micron wenig Spielraum für Enttäuschungen.
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