Rekorderlöse, ausverkaufte HBM4-Kapazitäten und 38 von 43 Wall-Street-Analysten mit Kaufempfehlung — und trotzdem bricht die Aktie ein. Micron steckt in einem ungewöhnlichen Widerspruch: Die Fundamentaldaten zeigen nach oben, der Kurs nach unten.
Auslöser des jüngsten Einbruchs war eine Veröffentlichung von Google Research am 24. März. Das Forschungsteam stellte mit „TurboQuant“ einen Kompressionsalgorithmus vor, der den Speicherbedarf großer Sprachmodelle um den Faktor sechs reduzieren soll — ohne messbare Qualitätsverluste. Speicheraktien reagierten sofort. Micron verlor am Montag knapp zehn Prozent, bei einem Handelsvolumen, das fast doppelt so hoch lag wie der Dreimonatsdurchschnitt.
Laborergebnis trifft auf Milliarden-Capex
TurboQuant ist bislang ein Forschungsergebnis. Die formale Präsentation ist für die ICLR-Konferenz im April 2026 geplant, eine Implementierung im Produktionsbetrieb steht noch aus. BofA-Analyst Vivek Arya wies in einer Notiz vom 26. März darauf hin, dass vergleichbare Kompressionstechniken seit 2024 und 2025 existieren, ohne die Hardware-Beschaffung nennenswert zu beeinflussen. Sein stärkstes Argument: Google selbst plant für 2026 Investitionsausgaben von rund 180 Milliarden Dollar — ein Plus von etwa 100 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Unternehmen, das TurboQuant veröffentlicht hat, reduziert seinen eigenen Speicherbedarf offensichtlich nicht.
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Microns eigene Zahlen zeichnen ein anderes Bild als die Kursbewegung vermuten lässt. Der Umsatz für das dritte Geschäftsquartal 2026 wird auf 33,5 Milliarden Dollar geschätzt — gegenüber 9,3 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Bruttomarge soll rund 81 Prozent erreichen, ein Niveau, das im Speicherchip-Geschäft historisch kaum vorkommt und signalisiert, dass Micron bei KI-Speicher inzwischen Preissetzungsmacht besitzt.
HBM4 und strukturelle Knappheit
Parallel zum Kursrückgang hat Micron einen operativen Meilenstein erreicht, der in der Diskussion unterging. Das Unternehmen startete die Massenproduktion seines HBM4-Speichers mit 36 GB und 12 Lagen — entwickelt für Nvidias Vera-Rubin-GPU-Plattform, mit einer Bandbreite von mehr als 2,8 TB/s und 20 Prozent besserer Energieeffizienz als das Vorgängermodell. Micron ist damit der erste Speicheranbieter, der gleichzeitig HBM4, PCIe-6.0-SSDs und ein neues SOCAMM2-Modul für das Vera-Rubin-Ökosystem in Serienproduktion bringt.
Die gesamte HBM4-Kapazität für dieses Jahr ist durch verbindliche Verträge bereits ausverkauft. Zusätzlich schloss Micron erstmals einen strategischen Fünfjahresvertrag mit einem Kunden ab — ungewöhnlich für eine Branche, die bislang überwiegend auf Quartals- oder Jahresbasis plante.
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Neue Kapazitäten aus den Werken in Singapur, Idaho und Taiwan werden frühestens im Geschäftsjahr 2028 nennenswert zur Verfügung stehen. Das Management hat zudem bestätigt, dass einige Kunden derzeit nur die Hälfte bis zwei Drittel ihres mittelfristigen Speicherbedarfs gedeckt bekommen.
Capex steigt, Bewertung bleibt niedrig
CEO Sanjay Mehrotra hob die Investitionsplanung für das Geschäftsjahr 2026 auf über 25 Milliarden Dollar an — gegenüber 13,8 Milliarden Dollar im Vorjahr. Für 2027 kündigte er einen weiteren deutlichen Anstieg an, mit mehr als zehn Milliarden Dollar zusätzlichem Bauaufwand.
Trotz dieser Zahlen wird Micron aktuell mit einem Forward-KGV von etwa 7 und einem PEG-Ratio von 0,4 gehandelt. Das Konsenskursziel der Wall Street liegt bei 527,60 Dollar — rund 47 Prozent über dem aktuellen Kursniveau. Am 24. Juni 2026 folgen die nächsten Quartalszahlen. Dann wird sich zeigen, ob die Guidance von 33,5 Milliarden Dollar Umsatz tatsächlich erreicht wird — und ob der TurboQuant-Ausverkauf eine fundamentale Neubewertung war oder schlicht eine übereilte Reaktion auf ein Laborergebnis.
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