Ein Algorithmus aus dem Hause Google löste Ende März einen Kurssturz von rund 30 Prozent aus – und Micron kämpfte wochenlang mit den Folgen. Mittlerweile dreht die Stimmung. Gestern legte die Aktie rund 7,8 Prozent zu, getrieben von einer Analystenrevision und entspannteren geopolitischen Signalen.
UBS erhöht Kursziel auf 535 Dollar
Den entscheidenden Impuls lieferte UBS. Die Investmentbank bestätigte ihr „Buy“-Rating und hob das Kursziel von 510 auf 535 Dollar an – mit der Begründung, Micron stehe im laufenden Halbleiter-Bullenmarkt besonders gut da. Rückenwind kam auch von der Makroseite: Berichte über einen zweiwöchigen Waffenstillstand mit Iran beruhigten die Märkte spürbar, der Nasdaq stieg am selben Tag um 2,86 Prozent.
Der TurboQuant-Effekt verpufft
Der Auslöser des März-Einbruchs war ein Forschungspapier von Google Research namens „TurboQuant“. Der darin beschriebene Kompressionsalgorithmus soll den Speicherbedarf von KI-Modellen um bis zu das Sechsfache reduzieren können – was zunächst Sorgen über einen Nachfrageeinbruch bei High-Bandwidth-Memory (HBM) schürte.
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Analysten von Bank of America Securities und anderen Häusern widersprechen dieser Lesart. Sie verweisen auf das sogenannte Jevons-Paradoxon: Effizienzgewinne führen historisch gesehen zu höherem Gesamtverbrauch, nicht zu weniger Nachfrage. Die jüngste Kurserholung deutet darauf hin, dass Anleger diese Sichtweise zunehmend teilen und den Sell-off im Nachhinein als übertrieben bewerten.
Rekordzahlen und ausverkaufte HBM-Kapazitäten
Die Fundamentaldaten stützen das Bild. Im zweiten Fiskalquartal 2026, das im Februar endete, erzielte Micron einen Rekordumsatz von 23,86 Milliarden Dollar und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 12,20 Dollar – beide Werte deutlich über den Markterwartungen.
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Treiber ist vor allem HBM4, das Micron speziell für NVIDIAs „Vera Rubin“-GPU-Plattform produziert. Die HBM-Kapazitäten für den Rest des Jahres 2026 sind bereits vollständig ausgebucht. Das Management erhöhte die Investitionsplanung für das Geschäftsjahr 2026 auf über 25 Milliarden Dollar, um die DRAM- und NAND-Produktion auszuweiten.
Blick auf das dritte Quartal
Von den 41 Analysten, die Micron abdecken, empfehlen 36 die Aktie zum Kauf oder starken Kauf. KeyBanc-Analyst John Vinh gehört zu den Optimistischsten und sieht langfristiges Potenzial bis 600 Dollar, gestützt auf mehrjährige Lieferverträge, die typische Zyklusrisiken abfedern.
Der nächste konkrete Prüfstein ist der Quartalsbericht für das dritte Fiskalquartal, der für Ende Juni 2026 erwartet wird. Im Mittelpunkt steht dabei die bereinigte Bruttomarge, für die das Management rund 81 Prozent in Aussicht gestellt hat – ein Niveau, das zeigen würde, ob die hohen Investitionen die Profitabilität tatsächlich nicht belasten.
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