Der Speicherchip-Hersteller Micron hat im zweiten Geschäftsquartal 2026 alle Erwartungen übertroffen und Rekordumsätze verzeichnet. Anstatt die Rallye fortzusetzen, reagieren Anleger jedoch mit Verkäufen. Der Grund für die Zurückhaltung liegt in den massiv gestiegenen Investitionsplänen des Managements und wachsendem Druck durch die Konkurrenz.
Die jüngsten Geschäftszahlen fielen außergewöhnlich stark aus. Mit einem Umsatz von 23,86 Milliarden US-Dollar verzeichnete das Unternehmen ein Wachstum von 196 Prozent gegenüber dem Vorjahr und schlug die Analystenschätzungen deutlich. Auch der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 12,20 US-Dollar weit über den Erwartungen. Dennoch ging es für den Titel in den vergangenen sieben Tagen um knapp 16 Prozent abwärts auf aktuell 324,25 Euro.
Milliarden für den Ausbau
Verantwortlich für den Kursrückgang sind vor allem die nach oben korrigierten Ausgabenpläne. Das Management hob die Prognose für die Kapitalinvestitionen im Geschäftsjahr 2026 von 20 Milliarden auf über 25 Milliarden US-Dollar an. Diese zusätzlichen Mittel fließen in die Expansion in Taiwan sowie in beschleunigte Bauprojekte in Idaho und New York. Marktbeobachter werten diese aggressive Ausweitung der Kapazitäten als zweischneidiges Schwert, da die Bauausgaben im Folgejahr voraussichtlich um weitere 10 Milliarden US-Dollar steigen werden.
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Zusätzlicher Gegenwind kommt von Analystenseite. Summit Insights stufte die Papiere am Donnerstag von „Kaufen“ auf „Halten“ ab. Die Experten begründeten diesen Schritt mit der Sorge, dass sich das Aufwärtspotenzial abschwächen könnte. Sie wiesen darauf hin, dass die starken Aussichten für das zweite Halbjahr eher durch Preiserhöhungen bei herkömmlichen Speicherchips als durch reine KI-Nachfrage getrieben seien. Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb bei den begehrten HBM-Speichern (High Bandwidth Memory), da Konkurrent Samsung in die Lieferkette von Nvidia drängt.
Ausblick und Dividende
Trotz der aktuellen Skepsis bleibt die operative Prognose für das laufende dritte Quartal bemerkenswert. Micron profitiert weiterhin von einem extrem knappen Angebot, da die gesamte HBM-Produktion für 2026 bereits ausverkauft ist und auch für 2027 große Teile der Kapazität reserviert sind. Zudem sicherte sich das Unternehmen erstmals einen strategischen Fünfjahresvertrag mit einem Kunden, was die Planungssicherheit deutlich erhöht.
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Für das laufende Quartal hat das Management folgende Zielmarken ausgegeben:
* Erwarteter Umsatz: ca. 33,5 Milliarden US-Dollar (Vorjahr: 9,3 Milliarden)
* Bereinigter Gewinn je Aktie: ca. 19,15 US-Dollar
* Angestrebte Bruttomarge: rund 81 Prozent
* Erhöhte Quartalsdividende: 0,15 US-Dollar (Ex-Tag: 30. März)
Die extrem hohe Bruttomarge von 81 Prozent spiegelt den aktuellen Engpass am Markt wider, birgt aber auch strukturelle Risiken. Historisch gesehen ziehen solche Margen einen raschen Kapazitätsausbau der gesamten Branche nach sich. Da neben Micron auch Samsung und SK Hynix massiv in neue Fertigungsanlagen investieren, die bis 2027 ans Netz gehen sollen, wird das künftige Preisniveau maßgeblich davon abhängen, ob das KI-Wachstum diese neue Angebotswelle vollständig absorbieren kann.
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