Susquehanna hebt das Kursziel für Micron auf 1.750 Dollar an. Bislang lag die Marke bei 600 Dollar. Analyst Mehdi Hosseini begründet den Sprung mit einem fundamentalen Wandel: Der aktuelle Speicherzyklus entwickle sich von einem klassischen Rohstoff-Boom zu einem langfristigen strukturellen Superzyklus.
Nachfrage aus dem Rechenzentrum treibt Preise
Der zentrale Treiber ist die beschleunigte Nachfrage nach Enterprise-SSDs und hochdichten Speichermodulen. KI-Inferencing steigert den Bedarf an NAND-Flash, die durchschnittlichen Verkaufspreise dürften bis ins zweite Halbjahr 2026 weiter steigen. Cloud-Anbieter kaufen massiv ein. Rechenzentren rüsten auf effizientere, KI-fähige Speicherarchitekturen um. Das treibt den Bit-Verbrauch bei Enterprise-SSDs nach oben.
Parallel verschärft sich die Lage bei DRAM. Ein wachsender Anteil der Produktionskapazität fließt in High Bandwidth Memory und spezialisierte Server-Anwendungen für KI-Infrastruktur. Für andere Kategorien wird das Angebot knapp. Die Folge: Robuste Preise, trotz unsicherer Makrolage.
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Engpass bremst Systemhersteller
Die Verknappung wird zum Flaschenhals. Gerätehersteller können nicht genug Speicherkomponenten sichern. Einige Server- und Storage-Lieferungen für das zweite Halbjahr 2026 könnten sich ins erste Halbjahr 2027 verschieben. Hosseini warnt vor niedrigeren Auslieferungen, falls sich die Versorgungslage nicht entspannt.
Susquehanna liegt mit dem neuen Ziel an der Spitze der Wall-Street-Schätzungen. UBS hatte Anfang der Woche 1.625 Dollar ausgegeben. Analyst Timothy Arcuri erwartet, dass die RAM-Engpässe mindestens bis zum zweiten Quartal 2028 anhalten. Einige Abnehmer schließen bereits Lieferverträge mit Laufzeiten von bis zu fünf Jahren ab.
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Die Aktie notiert aktuell bei 835,20 Euro, ein Plus von 5,3 Prozent am heutigen Freitag. Seit Jahresbeginn steht ein Kursgewinn von 210 Prozent. Im jüngsten Geschäftsjahr meldete Micron einen Umsatz von 23,86 Milliarden Dollar, ein Anstieg um 196 Prozent. Der Nettogewinn erreichte 13,79 Milliarden Dollar.
Am 24. Juni folgt die Telefonkonferenz zu den Zahlen für das dritte Geschäftsquartal 2026. Das Management hatte zuletzt einen Umsatz von bis zu 33,5 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Das wäre ein neuer Rekord. Investoren warten auf Details zur eSSD-Nachfrage und zu den Investitionsplänen. Die Kapitalausgaben sollen im Geschäftsjahr 2026 die Marke von 25 Milliarden Dollar überschreiten.
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