Der Speicherchip-Gigant Micron hat im abgelaufenen Quartal historische Rekordergebnisse eingefahren und die Erwartungen der Wall Street deutlich übertroffen. Anstatt in Jubel auszubrechen, schickten Anleger das Papier am Donnerstag ins Minus. Verantwortlich für die Zurückhaltung ist eine beispiellose Investitionsoffensive, die das Unternehmen auf Jahre hinaus an den anhaltenden KI-Boom fesselt.
Die nackten Zahlen des zweiten Geschäftsquartals 2026 lesen sich beeindruckend. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 196 Prozent auf 23,9 Milliarden US-Dollar. Auch der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 12,20 US-Dollar weit über den Analystenschätzungen. Dennoch gab der Kurs gestern auf 385,55 Euro nach. Obwohl der Titel seit Jahresbeginn beachtliche 43 Prozent zugelegt hat, wachsen am Markt nun die Sorgen vor sinkenden Margen.
Teure Expansion drückt die Stimmung
Auslöser für den Kursrückgang war der Ausblick auf die künftigen Kapitalausgaben. Um die rasant steigende Nachfrage zu bedienen, muss Micron massiv in neue Produktionsstätten investieren. Allein im laufenden Geschäftsjahr sollen die Ausgaben 25 Milliarden US-Dollar übersteigen. Das liegt deutlich über den bisherigen Schätzungen von 22,4 Milliarden US-Dollar.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Micron?
Das Geld fließt vor allem in Reinraum-Anlagen am Standort Tongluo in Taiwan sowie in neue Fabriken in den USA. Im Geschäftsjahr 2027 sollen die Baukosten sogar um weitere 10 Milliarden US-Dollar ansteigen. Analysten von Summit Insights reagierten umgehend auf diese Prognose und stuften das Papier von „Kaufen“ auf „Halten“ ab.
Rekorde in allen Geschäftsbereichen
Operativ läuft es für den Konzern derweil makellos. Sämtliche Sparten verzeichneten neue Höchstwerte beim Umsatz. Die Verteilung auf die Kernsegmente zeigt die breite Nachfrage:
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Micron?
- Cloud-Speicher: 7,7 Milliarden US-Dollar
- Mobile Endgeräte: 7,7 Milliarden US-Dollar
- Rechenzentren: 5,7 Milliarden US-Dollar
- Automobilindustrie: 2,7 Milliarden US-Dollar
Besonders der Bereich der DRAM-Speicherchips profitierte von stark gestiegenen Verkaufspreisen und steuerte fast 80 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Technologisch untermauert Micron seine Position durch die angelaufene Massenproduktion der neuen HBM4-Chips, die speziell für Nvidias kommende Architektur entwickelt wurden.
Starker Ausblick mit einem Haken
Für das dritte Quartal peilt das Management bereits den nächsten Rekord an. Der anvisierte Umsatz von rund 33,5 Milliarden US-Dollar übertrifft die gesamten Jahresumsätze der Jahre bis 2024. Als Zeichen der finanziellen Stärke hob der Vorstand zudem die Quartalsdividende um 30 Prozent an.
Die exzellenten operativen Ergebnisse stehen nun im direkten Kontrast zu den gigantischen Ausgabenplänen. Micron finanziert das Wachstum zwar aktuell problemlos aus dem laufenden Cashflow, bindet sein Geschäftsmodell aber untrennbar an die Dauer des KI-Booms. Sobald die neuen Fabriken ans Netz gehen, muss die Nachfrage auf dem aktuellen Niveau bleiben, um ein branchenweites Überangebot und damit fallende Preise zu verhindern.
Micron-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Micron-Analyse vom 20. März liefert die Antwort:
Die neusten Micron-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Micron-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Micron: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


