Micron Technology erholt sich am Montag deutlich. Die Aktie steigt um 2,72 Prozent auf 766,60 Euro. Zwei Investmentbanken liefern den Auslöser: Morgan Stanley und UBS veröffentlichen neue Einschätzungen, die den jüngsten Ausverkauf in ein anderes Licht rücken.

Analysten sehen Kaufchance

Morgan Stanley bezeichnet die jüngste Schwäche als klare Kaufgelegenheit. Die Bank erwartet eine weitere Verschärfung der Speicherchip-Knappheit. Für das laufende Quartal rechnen die Analysten mit einem Preisanstieg bei Speicherchips von bis zu 25 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

UBS setzt einen anderen Akzent und verweist auf die wachsenden Barreserven des Unternehmens. Micron könnte in den kommenden Jahren enorme freie Cashflows erzielen, so die Einschätzung der Bank. Einige Schätzungen gehen davon aus, dass der Konzern bis 2028 bis zu 40 Prozent seiner ausstehenden Aktien zurückkaufen könnte.

Ein Rückkauf dieser Größenordnung würde den Streubesitz massiv verknappen. Das erklärt, warum die Ankündigung an den Märkten so viel Gewicht bekommt.

Micron baut Automobilgeschäft aus

Parallel zur Markterholung treibt Micron seine Diversifizierung voran. Am 16. Juli 2026 meldete der Konzern den Abschluss mehrerer strategischer Kundenverträge mit großen Tier-1-Zulieferern der Automobilbranche.

Zu den Partnern zählen Qualcomm, Visteon, HARMAN, JOYNEXT, DENSO, Astemo und Hyundai Mobis. Die Verträge sollen eine stabile Versorgung mit hochwertigen Speicher- und Storage-Lösungen für anspruchsvolle Fahrzeugplattformen sichern. Autonomes Fahren und Infotainment-Systeme brauchen Bauteile mit langer Lebensdauer und hoher Zuverlässigkeit — genau das liefern die neuen Abkommen.

Das Ziel ist klar: Micron will seine Abhängigkeit vom zyklischen Speichermarkt verringern.

Kurs bleibt unter Vorjahreshoch

Trotz der Erholung am Montag liegt die Aktie noch 30,55 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 1.103,80 Euro vom 25. Juni 2026. Auf Jahressicht bleibt die Bilanz dennoch beeindruckend: Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 204,09 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar von 691,12 Prozent.

Der 14-Tage-RSI liegt bei 43,0. Das deutet auf eine Aktie hin, die eine Abkühlungsphase hinter sich lässt, ohne bereits überverkauft zu sein.

Die nächsten Quartalszahlen im September dürften zeigen, ob sich die von Morgan Stanley erwartete Verknappung bei Speicherchipreisen tatsächlich in den Geschäftsergebnissen niederschlägt. Bis dahin bleibt die Diskrepanz zwischen kurzfristigem Kursdruck und langfristiger Wachstumsstory das bestimmende Thema für die Aktie.