Micron hat im abgelaufenen Quartal die Erwartungen der Wall Street deutlich übertroffen und ein massives Umsatzwachstum verzeichnet. Dennoch schicken Marktteilnehmer die Papiere des Speicherchip-Herstellers seit Tagen auf Talfahrt. Während das Management auf ausverkaufte KI-Kapazitäten verweist, rücken plötzlich gigantische Investitionskosten und die Furcht vor dem nächsten Branchenzyklus in den Fokus.
Auf den ersten Blick lesen sich die jüngsten Ergebnisse makellos. Der Gewinn pro Aktie lag mit 12,20 US-Dollar weit über den geschätzten 8,50 US-Dollar. Gleichzeitig kletterte der Umsatz im Jahresvergleich um 196 Prozent auf knapp 23,9 Milliarden US-Dollar. Als Bonus hob das Unternehmen die Quartalsdividende an und meldete, dass die begehrten HBM-Speicherchips für das gesamte Kalenderjahr 2026 bereits vollständig vergeben sind. Trotz dieser fundamentalen Stärke hat die Aktie auf Wochensicht fast 13 Prozent an Wert verloren und notiert aktuell bei rund 350 Euro.
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Milliardeninvestitionen und neue Konkurrenz
Verantwortlich für den Kursrutsch sind vor allem die aggressiven Ausbaupläne. Für das Geschäftsjahr 2026 plant Micron Kapitalausgaben von über 25 Milliarden US-Dollar. Diese Summe birgt angesichts einer Liquidität von rund 14,5 Milliarden US-Dollar erhebliche finanzielle Risiken beim Bau neuer Fabriken über mehrere Kontinente hinweg.
Analysten weisen zudem darauf hin, dass das jüngste Wachstum teilweise auf Preiserhöhungen bei herkömmlichen Speicherchips zurückzuführen ist – und nicht ausschließlich auf den KI-Boom. Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb, da Konkurrent Samsung zunehmend in die Lieferketten von Nvidia drängt. Das Analysehaus Summit Insights reagierte auf diese Gemengelage und stufte die Papiere von „Kaufen“ auf „Halten“ ab.
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Die Rückkehr der Zyklus-Sorgen
Im Hintergrund brodelt eine viel grundsätzlichere Debatte über die Natur des aktuellen Aufschwungs. Pessimistische Stimmen wie die Investmentbank Morgan Stanley sehen in dem derzeitigen Chipmangel eher ein zyklisches Phänomen als einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil. Die Analysten rufen ein Bären-Szenario mit einem Kursziel von 240 US-Dollar aus. Die Befürchtung lautet, dass die Nachfrage abflachen könnte, während Micron, Samsung und SK Hynix massiv neue Kapazitäten aufbauen, die bis 2027 ans Netz gehen sollen. Prognosen der Wall Street gehen derzeit davon aus, dass der bereinigte Gewinn von Micron im Geschäftsjahr 2027 bei rund 92 US-Dollar pro Aktie seinen Höhepunkt erreicht, bevor er bis 2029 um fast 80 Prozent einbricht.
Kurzfristig bleibt das operative Geschäft jedoch auf Rekordkurs. Für das anstehende dritte Quartal peilt Micron einen Umsatz von 33,5 Milliarden US-Dollar an, was einem jährlichen Wachstum von 260 Prozent entspräche. Analysten wie Yik Ban Chong von Phillip Securities halten daher an ihren Kaufempfehlungen fest und rufen Kursziele von bis zu 530 US-Dollar aus, da die massiven Investitionen zwingend notwendig sind, um die langfristige KI-Nachfrage überhaupt bedienen zu können.
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