Rekordgewinne, ausverkaufte Produktionslinien und eine Aktie im Höhenflug. Bei Micron Technology spiegelt der Kursverlauf den massiven Hunger nach KI-Speicherchips wider. Am Freitag schloss das Papier bei 424 Euro auf einem frischen Rekordhoch. Auf Jahressicht steht damit ein gewaltiges Kursplus von rund 524 Prozent auf der Anzeigetafel.
Die Rallye der vergangenen Woche fand nicht im luftleeren Raum statt. Starke Quartalszahlen von Intel befeuerten den gesamten Halbleitersektor. Der Chipriese übertraf die Gewinnerwartungen deutlich. Parallel dazu hob der Ausrüster ASML seine Umsatzprognose für 2026 an und warnte vor anhaltenden Engpässen im Speichermarkt.
Zwischen Boom und Zyklik
Der Markt diskutiert nun intensiv, ob der aktuelle KI-Speicher-Superzyklus bereits vollständig im Kurs abgebildet ist. Auf den ersten Blick wirkt die Aktie günstig. Micron erzielt eine Nettogewinnmarge von 41,5 Prozent. Die sogenannte PEG-Ratio liegt laut Morningstar bei niedrigen 0,46, was auf eine Unterbewertung hindeutet.
Für das dritte Quartal 2026 peilt das Management einen Umsatz von 33,5 Milliarden US-Dollar an. Das entspricht einem Anstieg von 260 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Die Kehrseite dieser Zahlen liegt in der Natur des Marktes. Investoren wissen, dass die aktuellen Speicherpreise durch ein extremes Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage stark aufgebläht sind. Sobald Micron und seine Konkurrenten in den kommenden Jahren neue Kapazitäten für High-Bandwidth-Memory (HBM) ans Netz bringen, dürften die Preise sinken. Die extreme Zyklik der Branche bleibt das größte Risiko.
Der Weg zur Billionen-Bewertung
Aktuell bringt Micron rund 540 Milliarden US-Dollar auf die Waage. Angesichts der enormen Dynamik halten einige Marktbeobachter den Sprung in den Club der Billionen-Konzerne für eine reine Formalität. Der Schlüssel dazu liegt in der anhaltenden Nachfrage nach HBM-Chips.
Der Markt für diese speziellen Rechenzentrum-Speicher könnte sich bis 2028 fast verdreifachen und ein Volumen von 100 Milliarden US-Dollar erreichen. Laut CEO Sanjay Mehrotra ist die gesamte Produktion für das laufende Jahr bereits restlos ausverkauft. Micron liefert unter anderem die essenziellen Speicherbausteine für Nvidias neue Vera-Rubin-Plattform.
Ein schnelles Ende des Engpasses ist nicht in Sicht. SK-Hynix-Chairman Chey Tae-won rechnet damit, dass die Knappheit bis zum Ende des Jahrzehnts anhalten könnte. Selbst neue Kompressionsalgorithmen wie Googles TurboQuant dürften das Problem lediglich abmildern, aber nicht lösen. Geopolitische Hürden bleiben ebenfalls bestehen. Micron darf weiterhin bestimmte kritische Infrastruktur-Sektoren in China nicht beliefern.
Ausblick auf die Quartalszahlen
Ende Mai endet das dritte Geschäftsquartal von Micron. Der anstehende Finanzbericht liefert den nächsten großen Impuls für die Aktie. Analysten zeigen sich im Vorfeld extrem optimistisch. Das mittlere Kursziel auf Sicht von zwölf Monaten liegt bei 550 US-Dollar.
Rund 92 Prozent der Experten raten aktuell zum Kauf. Fällt der Bericht Ende Mai ähnlich stark aus wie im Vorquartal und bestätigt das Management die hohen Margen, hat die Aktie fundamentalen Spielraum, um die aktuelle Bewertung zu rechtfertigen und den Aufwärtstrend fortzusetzen.
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