Micron Technology hat den Termin für die Vorlage der Zahlen zum vierten Geschäftsquartal bekanntgegeben. Am 30. September wird das Unternehmen um 14:30 Uhr Mountain Time seine Ergebnisse in einer Telefonkonferenz vorstellen. Für Anleger ist der Termin ein wichtiger Prüfstein: Micron hatte für das Quartal einen Umsatz von rund 50 Milliarden Dollar und ein bereinigtes Ergebnis pro Aktie von etwa 31 Dollar in Aussicht gestellt.
Diese Guidance markiert einen weiteren Sprung nach oben und soll zeigen, ob die durch künstliche Intelligenz getriebene Nachfrage nach Speicherchips ungebrochen anhält. Bereits im dritten Geschäftsquartal hatte Micron mit 41,5 Milliarden Dollar einen Rekordumsatz erzielt, der die obere Spanne der eigenen Prognose übertraf.
Die Rechenzentrumssparte trug damals mehr als 25 Milliarden Dollar bei, während sich der SSD-Umsatz im Quartalsvergleich mehr als verdoppelte. 16 sogenannte Strategic Customer Agreements sichern dem Unternehmen inzwischen rund ein Fünftel des DRAM-Volumens und bis zu einem Drittel des NAND-Absatzes.
Neue Führungsstruktur soll Wachstum absichern
Der anstehende Zahlentermin fällt in eine Phase organisatorischer Umbrüche. Micron hat Manish Bhatia zum President und Chief Operating Officer befördert, während Scott DeBoer nun als President und Chief Technology and Products Officer firmiert.
Sumit Sadana, bislang Chief Business Officer, wechselt in die Rolle des Senior Advisor to the CEO. Die Neuordnung der Führungsspitze soll die operative Steuerung angesichts der stark gestiegenen Kapazitätsauslastung straffen.
Parallel investiert Micron in die technologische Basis der kommenden Jahre. Mit den Micron Research Labs in Boise plant der Konzern über das nächste Jahrzehnt zehn Milliarden Dollar in die Grundlagenforschung zu Speichertechnologien, Compute-Architekturen und Packaging-Verfahren.
Der Bau der zugehörigen Forschungseinrichtung soll 2027 beginnen. Ergänzend hat Micron in Boise ein 60.000 Quadratfuß großes Trainingszentrum eröffnet, gemeinsam mit dem US-Handelsministerium finanziert, um den Fachkräftenachschub für die Chipfertigung zu sichern.
Auch auf der Investitionsseite baut Micron seine Position im KI-Ökosystem aus. Mit dem neu aufgelegten Paradigm Fund über 250 Millionen Dollar erhöht sich das gesamte Kapitalvolumen von Micron Ventures auf 550 Millionen Dollar. Der Fonds soll gezielt in Unternehmen entlang der gesamten KI-Technologiekette investieren, von Modellarchitekturen über Compute-Infrastruktur bis zu physischen KI-Anwendungen.
Kurs nähert sich dem 50-Tage-Durchschnitt
An der Börse hat sich die Aktie zuletzt stabilisiert. Micron notiert bei 827,90 Euro und liegt damit nur knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 823,89 Euro.
Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Plus von 15 Prozent, seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um 228 Prozent verteuert. Zum 52-Wochen-Hoch von 1.103,80 Euro fehlen der Aktie derzeit 25 Prozent.
Die anstehenden Quartalszahlen dürften zeigen, ob die milliardenschweren Investitionen in Forschung und Ausbildung sowie die neue Führungsstruktur tatsächlich Fundament für die ambitionierte Umsatzguidance sind – oder ob die Erwartungen an den KI-getriebenen Speichermarkt bereits zu weit vorausgelaufen sind.
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