Heute Abend nach US-Börsenschluss öffnet Micron die Bücher – und die Messlatte hängt ungewöhnlich hoch. Nach einem Kursplus von 238 Prozent seit Jahresbeginn erwartet der Markt nicht einfach nur solide Zahlen, sondern eine Bestätigung der gesamten KI-Speicher-Story.

Die Konsensschätzungen sprechen eine deutliche Sprache: Beim Umsatz rechnen Analysten mit 51,5 Milliarden Dollar, beim Gewinn je Aktie mit 31,38 Dollar nach GAAP.

Vor einem Jahr lagen beide Werte bei 11,3 Milliarden Dollar Umsatz und 2,83 Dollar Gewinn – der Sprung dazwischen zeigt, wie sehr sich das Geschäft von Micron in den vergangenen zwölf Monaten verändert hat. Auch der Ausblick für das laufende Quartal ist ambitioniert: 56,8 Milliarden Dollar Umsatz und 35,96 Dollar Gewinn je Aktie werden erwartet.

Analysten bleiben trotz Höhenflug optimistisch

Die Investmentbank Baird bestätigte ihre Kaufempfehlung und hob das Kursziel von 1.280 auf 1.520 Dollar an. Begründet wird das mit der wachsenden Nachfrage nach KI-Agenten, die selbstständig Aufgaben planen und ausführen – und damit deutlich mehr Rechenleistung und Arbeitsspeicher in Rechenzentren benötigen. Hinzu kommt laut Baird ein voraussichtlich langsameres Wachstum des weltweiten DRAM-Angebots im Jahr 2027, was die Preissetzungsmacht von Micron stützen dürfte.

Im breiteren Analystenbild dominiert Zuversicht: 57 Kaufempfehlungen stehen lediglich vier „Halten“-Einstufungen gegenüber. Das Konsenskursziel von rund 1.600 Dollar würde gegenüber dem jüngsten Schlusskurs von 1.065 Dollar ein Aufwärtspotenzial von rund 50 Prozent bedeuten.

Am 25. Juni hatte die Aktie mit 1.255 Dollar bereits ein Allzeithoch markiert. Im dritten Geschäftsquartal lag die Bruttomarge bei 85 Prozent, der Umsatz sprang im Jahresvergleich um 346 Prozent. Das Unternehmen selbst hatte für das aktuelle Quartal rund 50 Milliarden Dollar Umsatz sowie einen bereinigten Gewinn von 31 Dollar je Aktie in Aussicht gestellt – die Analystenschätzungen liegen damit nur knapp über der eigenen Prognose.

Für die Aktie bedeutet das: Schon ein Ergebnis im Rahmen der Firmenprognose dürfte kaum für Enttäuschung sorgen. Entscheidend wird vielmehr der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr sein – für 2027 stehen Prognosen von 254 Milliarden Dollar Umsatz im Raum, mehr als das Doppelte des für das abgelaufene Geschäftsjahr erwarteten Niveaus.