Die Micron-Aktie verzeichnete gestern ein deutliches Kursplus von 3,8 % auf 976,90 €. Anleger reagierten damit weiterhin auf die Zuversicht im Bereich der künstlichen Intelligenz, die durch die jüngsten Geschäftszahlen und Prognosen des Speicherherstellers gestützt wird. Seit Jahresanfang summieren sich die Kursgewinne der Aktie damit auf beachtliche 288 %.

Um der rasant wachsenden Nachfrage nach KI-Speicherlösungen gerecht zu werden, signalisierte das Unternehmen zugleich höhere Investitionsausgaben für das Geschäftsjahr 2027. Bereits am Mittwoch hatte Micron für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Rekordumsatz von $54,23 Milliarden sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von $33,42 ausgewiesen.

Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 stellte der Konzern Erlöse in Höhe von $61,5 Milliarden bei einer Spanne von plus/minus $1,5 Milliarden in Aussicht.

Analysten heben ihre Kursziele spürbar an

Die Kombination aus starken Quartalswerten und einem optimistischen Ausblick veranlasste mehrere Analysehäuser gestern zu deutlichen Anpassungen ihrer Bewertungen. Die Experten von Rosenblatt schraubten ihr Kursziel von $1.500 auf $1.900 nach oben. Auch das Analysehaus D.A. Davidson reagierte auf die Zahlen und hob die Zielmarke von $2.000 auf $2.100 an.

Laut Reuters übertraf der Ausblick des Konzerns die Markterwartungen deutlich. Getragen wird diese Zuversicht vor allem durch das florierende Geschäft mit Hochleistungsspeichern für Rechenzentren: Micron meldete, dass die Kundenverpflichtungen im Rahmen langfristiger Liefervereinbarungen auf $32 Milliarden angewachsen sind.

Reuters zufolge belaufen sich die verbleibenden Leistungsverpflichtungen unter diesen Verträgen auf rund $150 Milliarden. Zudem ist der Großteil der HBM-Produktion für das Jahr 2027 bereits über entsprechende Vereinbarungen gebunden.

Juristische Auseinandersetzung in Deutschland

Während das operative Geschäft auf Hochtouren läuft, sieht sich das Unternehmen mit juristischen Herausforderungen konfrontiert. Medienberichten zufolge entschied ein deutsches Gericht im Patentstreit mit YMTC, dass Micron zwei Patente des chinesischen Konkurrenten im Bereich der 3D-NAND-Technologie verletzt habe.

Die Richter erließen daraufhin Unterlassungsverfügungen, welche die Lieferungen von Micron auf dem deutschen Markt einschränken könnten. Der US-Konzern wies die Vorwürfe zurück und legte Berufung gegen die gerichtliche Entscheidung ein. An der Börse rückte dieser Konflikt angesichts der starken Nachfrageperspektiven im weltweiten Servergeschäft jedoch zunächst in den Hintergrund.