Die Aktie von Micron Technology geriet am Freitag im Sog eines branchenweiten Ausverkaufs bei Halbleiter- und Speicherwerten unter Druck. Das Papier verlor zum Handelsschluss 5,9 Prozent auf 781,80 Euro. Marktbeobachter verwiesen auf eine wachsende Verunsicherung über die Erträge hoher Ausgaben für künstliche Intelligenz sowie auf branchenspezifische Belastungen.
Druck durch Konkurrenz und Tarifkonflikt
Laut Reuters belasteten insbesondere Nachrichten über den chinesischen Konkurrenten ChangXin Memory Technologies (CXMT) das Sentiment im Sektor. Dessen Präsident Cao Kanyu hatte am vergangenen Samstag Fortschritte bei einem dichteren Speicherdesign gemeldet. Zudem stellte das Unternehmen DDR5-Serverspeichermodule bis zum Jahresende in Aussicht. Die Ankündigung schürt bei Investoren Sorgen vor einem verschärften Wettbewerb.
Für zusätzliche Unruhe sorgt die Situation in Übersee. Am Donnerstag forderte Taiwans Präsident Lai Ching-te das Management von Micron und die Beschäftigten zu aufrichtigen Verhandlungen auf. Zuvor hatte die taiwanische Gewerkschaft laut Reuters Streikmaßnahmen wegen eines Streits über Bonuszahlungen beschlossen. Ein Streiktermin wurde bislang allerdings nicht festgelegt.
Volle Auslastung im HBM-Segment
Trotz des kurzfristigen Kursrückgangs verzeichnet das Unternehmen im Bereich zukunftsweisender Speicherlösungen eine ungebrochen hohe Nachfrage. Ebenfalls am Donnerstag erklärte COO Manish Bhatia bei der Eröffnung einer Montage- und Testanlage in Taichung, dass die Kapazitäten für 2027 bereits vollständig ausverkauft seien. Zudem prognostizierte Bhatia, dass der Markt für High Bandwidth Memory bis 2028 schneller wachsen dürfte als der Rest der DRAM-Branche.
Diese Entwicklung unterstreicht die starke Stellung von Micron bei Speichern für komplexe KI-Rechenzentren. Die Produkte sind für moderne Beschleunigerchips unverzichtbar, was dem Konzern auch in einem volatilen Marktumfeld eine solide Auslastung sichert.
Milliardenrückkauf und Ausblick
Zugleich setzt das Unternehmen auf Kapitalrückflüsse an die Anteilseigner. Der Verwaltungsrat genehmigte am 8. Oktober die Aufstockung des Rahmens für freiwillige Aktienrückkäufe auf $35.16 billion. Transaktionen im Rahmen dieser erweiterten Ermächtigung dürfen am 9. Dezember 2026 beginnen.
Die finanzielle Basis dafür liefert die jüngste Geschäftsentwicklung. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Micron einen Umsatz von $54.23 billion sowie einen Non-GAAP-Gewinn je Aktie von $33.42. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 stellte die Unternehmensführung einen Umsatz von $61.5 billion in Aussicht.
Trotz der jüngsten Kursschwäche bleibt die Aktie im übergeordneten Bild gestützt. Das Papier notiert weiterhin über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 632,78 Euro.
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