Gewinn vervielfacht, Prognose über den Erwartungen, Chipwerte weltweit im Aufwind. Die Aktie selbst legte nach den Zahlen außerbörslich allerdings nur 1,4 Prozent zu. Der Grund: eine Warnung vor steigenden Kosten, die an der Marge zehren.

Zahlen deutlich über Plan

Im vierten Geschäftsquartal, das am 3. September endete, sprang der Umsatz auf 54,23 Milliarden Dollar. Vor einem Jahr waren es 11,32 Milliarden. Analysten hatten mit 51,33 Milliarden gerechnet.

Der Gewinn lag bei 37,7 Milliarden Dollar, nach 3,2 Milliarden im Vorjahr. Bereinigt verdiente Micron 33,42 Dollar je Aktie, erwartet worden waren 31,72 Dollar.

Auch der Ausblick fiel stärker aus als gedacht. Für das laufende Quartal peilt das Unternehmen einen Umsatz von 60 bis 63 Milliarden Dollar an. Der bereinigte Gewinn soll zwischen 37,15 und 39,15 Dollar je Aktie liegen. Der Markt hatte zuletzt mit 57,4 Milliarden Dollar Umsatz und 35,47 Dollar je Aktie kalkuliert.

Knappheit als Geschäftsmodell

Konzernchef Sanjay Mehrotra sieht keine Entspannung. Die Branchennachfrage habe sich seit der letzten Telefonkonferenz verstärkt. Die Bedingungen für Speicherchips dürften 2027 und 2028 deutlich angespannter ausfallen als 2026.

Kunden sichern sich deshalb ihre Mengen vertraglich. Micron hat inzwischen 26 langfristige Lieferverträge unterzeichnet, im Juni waren es 16. Für die erste Hälfte des Geschäftsjahres plant der Konzern Investitionen von rund 25 Milliarden Dollar. Genau diese Ausgaben und höhere Kosten sind der Hintergrund der Margenwarnung, die den Kursanstieg dämpfte.

Sog für die ganze Branche

Die Zahlen ziehen den Sektor mit. In Tokio gewannen Advantest 7,7 Prozent, Tokyo Electron 5,6 Prozent und Kioxia 4,4 Prozent. In Seoul legten SK Hynix und Samsung Electronics um gut 2 Prozent zu.

Europas Chipwerte folgten im frühen Handel. Infineon stieg auf Tradegate um 2,1 Prozent, Ausrüster wie Aixtron, Suss Microtec und Siltronic gewannen bis zu 2,2 Prozent. Der Nasdaq 100 steuert laut Brokerindikation auf ein Rekordniveau über 30.800 Punkten zu.

Ob die Anleger die Margensorgen künftig stärker gewichten, dürfte sich schon an der Reaktion zum US-Handelsstart zeigen. Dann entscheidet sich, ob der moderate Aufschlag von 1,4 Prozent hält oder der Sektor-Rückenwind die Aktie stärker trägt.