Rund 22 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch, ein Teams-Ausfall in der laufenden Woche — Microsoft steuert mit gemischten Vorzeichen auf seinen Quartalsbericht zu. Am 29. April präsentiert der Konzern die Ergebnisse des dritten Fiskalquartals 2026, und die Erwartungshaltung ist alles andere als entspannt.
Teams-Störung und Windows-Notfall-Updates
Am 20. April musste Microsoft ein fehlerhaftes Service-Update zurückrollen, das den Teams-Desktop-Client für einen Teil der Nutzer lahmgelegt hatte. Ursache war eine Regression im Build-Caching-System des Clients, die verhinderte, dass die Anwendung den Ladevorgang abschloss. Web- und Mobilversionen blieben unberührt. Parallel dazu veröffentlichte Microsoft Notfall-Updates für bekannte Windows-Server-Probleme — darunter fehlerhafte Sicherheitsupdates und Domain-Controller, die in Neustart-Schleifen gerieten.
Der OpenAI-Faktor im Cloud-Backlog
Das eigentliche Thema für den 29. April ist die Zusammensetzung des Cloud-Auftragsbuchs. Per Ende Dezember summierte sich der Backlog auf 625 Milliarden Dollar — davon entfielen 281 Milliarden Dollar, also 45 Prozent, allein auf OpenAI. Im Februar kündigte OpenAI an, seine Ausgaben für Rechenkapazität bis 2030 auf 600 Milliarden Dollar zu deckeln, nach ursprünglich geplanten 1,4 Billionen Dollar. Das wirft die Frage auf, wie belastbar Microsofts Wachstumsprognosen noch sind, wenn der größte Einzelkunde seine Investitionspläne so drastisch zurückschraubt.
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Positiv: Microsoft baut das Auftragsvolumen jenseits von OpenAI aus. Eine breitere Kundenbasis reduziert die Abhängigkeit von einem einzigen Großabnehmer — und stärkt die Glaubwürdigkeit der langfristigen Azure-Wachstumsstory.
Azure-Wachstum und Copilot-Durchdringung
Azure legte in den ersten beiden Quartalen des Fiskaljahres 2026 jeweils mindestens 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Für Q3 lautet die eigene Prognose: 37 bis 38 Prozent in konstanten Währungen. Der Intelligent-Cloud-Umsatz soll zwischen 34,1 und 34,4 Milliarden Dollar liegen, was einem Wachstum von 27 bis 29 Prozent entspräche.
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Beim KI-Assistenten Copilot zählte Microsoft Ende Dezember 15 Millionen verkaufte Unternehmenslizenzen — ein Plus von 160 Prozent gegenüber dem Vorjahr, aber erst 3,7 Prozent Penetration der adressierbaren Basis. Das Potenzial ist groß, die Monetarisierung steht noch am Anfang. Die Investitionen laufen derweil auf Hochtouren: Im zweiten Quartal lagen die Kapitalausgaben bei 37,5 Milliarden Dollar, über die vergangenen vier Quartale flossen insgesamt rund 118 Milliarden Dollar in Rechenzentren.
Bewertung auf Mehrjahrestief
Die Aktie notiert bei 361,40 Euro und damit rund 10 Prozent unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts — ein Niveau, das zuletzt selten war. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der letzten zwölf Monate liegt deutlich unter dem Fünfjahresdurchschnitt des Titels und auch unter dem des Nasdaq-100. Analysten halten mehrheitlich an einer Kaufempfehlung fest. Der Optionsmarkt preist für den Tag nach den Zahlen eine Bewegung von rund 6,7 Prozent in beide Richtungen ein.
Ob Microsoft am 29. April die Unsicherheit rund um den OpenAI-Anteil im Backlog auflösen kann, wird den Kursausschlag maßgeblich bestimmen — in die eine oder andere Richtung.
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