Microsoft: 40% Azure-Wachstum übertrifft Analysten

Microsoft übertrifft Gewinnerwartungen, kündigt aber steigende Investitionen und ein Frühpensionierungsprogramm an. Die Aktie reagiert verhalten.

Microsoft Aktie
Kurz & knapp:
  • Azure-Wachstum treibt Quartalsergebnis
  • Neue Partnerschaft mit OpenAI vereinbart
  • Erstes Frühpensionierungsprogramm gestartet
  • Freier Cashflow sinkt deutlich

Microsoft hat eine außergewöhnliche Woche hinter sich. Starke Quartalszahlen, eine neu verhandelte Partnerschaft mit OpenAI und das erste freiwillige Frühpensionierungsprogramm der Unternehmensgeschichte — alles binnen fünf Handelstagen. Die Aktie stand trotzdem unter Druck.

Azure treibt den Gewinn

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Microsoft einen Umsatz von 82,9 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Nettoergebnis kletterte um 23 Prozent auf 31,8 Milliarden Dollar. Der verwässerte Gewinn je Aktie lag bei 4,27 Dollar — Analysten hatten 4,06 Dollar erwartet.

Das Wachstum kam vor allem aus der Cloud. Azure legte um 40 Prozent zu. Der Bereich Intelligent Cloud erzielte insgesamt 34,7 Milliarden Dollar Umsatz. Das KI-Geschäft verdoppelte sich mehr als: plus 123 Prozent gegenüber dem Vorjahr, auf eine annualisierte Rate von 37 Milliarden Dollar.

Das Ende der OpenAI-Exklusivität

Noch vor den Quartalszahlen kam die strategisch bedeutendere Nachricht. Am 27. April 2026 einigten sich Microsoft und OpenAI auf eine grundlegend neue Partnerschaftsstruktur. Azure verliert seine Exklusivstellung als einziger Cloud-Anbieter für OpenAI. OpenAI kann künftig auch mit Amazon und Google zusammenarbeiten.

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Im Gegenzug entfällt für Microsoft die Pflicht, eine Umsatzbeteiligung auf weiterverkaufte OpenAI-Produkte zu zahlen. Microsoft behält eine Lizenz auf OpenAI-Modelle bis 2032 — allerdings nicht mehr exklusiv. Gestrichen wurde auch eine Klausel, die OpenAI von Zahlungen befreit hätte, sobald das Unternehmen künstliche allgemeine Intelligenz erklärt. Microsoft hatte diese Regelung als dauerhaftes Risiko betrachtet.

Frühpensionierung und steigende Kosten

Parallel dazu startete Microsoft sein erstes freiwillig­es Frühpensionierungsprogramm. Anspruchsberechtigt sind Mitarbeiter bis zur Ebene Senior Director, bei denen Alter und Betriebszugehörigkeit zusammen mindestens 70 ergeben. Benachrichtigungen sollen am 7. Mai verschickt werden. Das Programm kostet Microsoft rund 900 Millionen Dollar im laufenden Quartal.

Das Unternehmen bestätigte, dass die Mitarbeiterzahl im Jahresvergleich bereits gesunken ist — und 2027 weiter sinken wird.

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Freier Cashflow unter Druck

Hier liegt der eigentliche Grund für die Kursreaktion. Microsoft erwirtschaftete im Quartal 46,7 Milliarden Dollar operativen Cashflow. Davon flossen 30,9 Milliarden in Investitionen. Der freie Cashflow fiel auf 15,8 Milliarden Dollar — ein Rückgang von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Für das Gesamtjahr 2026 plant CFO Amy Hood Investitionsausgaben von 190 Milliarden Dollar. Das sind 61 Prozent mehr als 2025 — und deutlich über der Konsensschätzung von rund 155 Milliarden Dollar. Rund 25 Milliarden des Anstiegs entfallen laut Hood auf höhere Komponentenpreise. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagierten.

Ausblick bleibt ambitioniert

Die Aktie fiel am Donnerstag zeitweise um rund 5 Prozent auf 402,37 Dollar. Zum Wochenschluss erholte sie sich auf 414,44 Dollar. Seit Jahresbeginn liegt das Papier rund 12 Prozent im Minus.

Für das vierte Quartal erwartet Hood einen Umsatz zwischen 86,7 und 87,8 Milliarden Dollar. Azure soll in konstanter Währung um 39 bis 40 Prozent wachsen. Hood räumte ein, dass die Nachfrage nach KI-Infrastruktur das verfügbare Angebot weiterhin übersteigt — mindestens bis Ende 2026.

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