Künstliche Intelligenz sollte Microsoft in neue Sphären katapultieren. Stattdessen holt die Realität den Software-Riesen nun im Gerichtssaal ein. Eine laufende Sammelklage in den USA rückt die milliardenschweren Investitionen in Copilot und Azure in ein kritisches Licht.
Vorwürfe gegen das Management
Die Kanzlei Levi & Korsinsky macht mobil. Sie erinnert Investoren an eine wichtige Frist. Bis zum 11. August 2026 können Aktionäre die Rolle des Hauptklägers übernehmen. Die Folge: ein juristisches Nachspiel für das Management. Microsoft und vier Führungskräfte sollen Probleme bei der KI-Integration gezielt verschleiert haben.
Die Kläger behaupten, das Unternehmen habe technische Hürden bei der Copilot-Software verheimlicht. Um diese zu lösen, musste Microsoft offenbar teure Rechenleistung von der Cloud-Plattform Azure abziehen.
Teurer Ausbau der Infrastruktur
Im Zentrum des Streits stehen die Quartalszahlen vom Januar. Damals meldete der Konzern gigantische Investitionen in die KI-Infrastruktur. Die Ausgaben kletterten auf 37,5 Milliarden US-Dollar. Parallel dazu verlangsamte sich das Wachstum der wichtigen Azure-Sparte leicht auf 39 Prozent.
Für das Folgequartal stellte das Management einen weiteren leichten Rückgang in Aussicht. Microsoft selbst weist die Vorwürfe der Investoren entschieden zurück. Das Unternehmen hält seine öffentlichen Aussagen für korrekt.
Aktie im Abwärtstrend
An der Börse hinterlässt die Unsicherheit deutliche Spuren. Die Microsoft-Aktie notiert aktuell bei 321,70 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 20 Prozent an Wert verloren.
Vom Rekordhoch bei 478,10 Euro aus dem vergangenen Oktober ist der Kurs weit entfernt. Das Chartbild bleibt düster. Die Aktie bewegt sich nur knapp über ihrem 52-Wochen-Tief.
Der 11. August markiert nun den nächsten Stichtag für den Konzern. Dann entscheidet sich die Führung der Sammelklage vor Gericht. Unabhängig vom juristischen Ausgang rückt ein fundamentaler Aspekt in den Fokus. Investoren prüfen die Wirtschaftlichkeit der teuren KI-Strategie immer genauer. Microsoft muss in den kommenden Monaten beweisen, dass die massiven Investitionen auch verlässliche Gewinne abwerfen.
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