Starke Zahlen, schwacher Kurs. Bei Microsoft klaffen operatives Geschäft und Börsenbewertung aktuell weit auseinander. Der Softwareriese wächst rasant. Die Folge: Anleger schicken die Aktie weiter auf Talfahrt.
Am Freitag schloss das Papier bei 332,00 Euro. Auf Wochensicht steht ein Minus von knapp zwei Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust sogar auf fast 18 Prozent.
Milliarden für die Infrastruktur
Der Grund für die Skepsis liegt in den enormen Investitionen. Microsoft baut seine KI-Infrastruktur massiv aus. Allein im März-Quartal flossen fast 31 Milliarden US-Dollar in Sachanlagen. Das drückt auf die Stimmung.
Dabei laufen die Geschäfte hervorragend. Im dritten Geschäftsquartal stieg der Umsatz um 18 Prozent. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 31,8 Milliarden US-Dollar.
Besonders die Cloud-Sparte glänzt. Die wichtigen Azure-Dienste wuchsen um 40 Prozent. Das reine KI-Geschäft erreichte eine hochgerechnete Jahresrate von 37 Milliarden US-Dollar.
Analysten bleiben optimistisch
Analysten bleiben angesichts dieser Wachstumsraten zuversichtlich. Von 47 Wall-Street-Experten rät kein einziger zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei gut 560 US-Dollar.
Auch die angekündigte Quartalsdividende von 0,91 US-Dollar stützt den Kurs kaum. Der Konzern zahlt sie im September aus. Einkommensorientierte Investoren greifen trotzdem nicht zu.
Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Die Aktie notiert deutlich unter der 200-Tage-Linie. Dieser wichtige Trendindikator verläuft aktuell bei knapp 387 Euro.
Die Richtung für die kommenden Wochen ist klar definiert. Erst ein Sprung über den 50-Tage-Durchschnitt bei rund 354 Euro hellt das Bild auf. Bis dahin dominiert die Sorge um die hohen KI-Kosten den Handel.
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