Microsoft steht vor der wohl entscheidendsten Woche des Quartals. Die Aktie ging mit 335,65 Euro ins Wochenende, nach einem moderaten Plus von 0,10 Prozent am Freitag. Zum Jahresstart hat das Papier 18,76 Prozent verloren – und jetzt kommen die Quartalszahlen.
Der Zeitpunkt könnte kaum sensibler sein. Der gesamte Tech-Sektor steht unter Druck, seit Alphabet in der vergangenen Woche seine Investitionspläne für 2026 offenlegte: rund 200 Milliarden Dollar Kapitalausgaben, größtenteils für KI-Infrastruktur. Die Cloud-Umsätze wuchsen zwar kräftig. Der Markt reagierte trotzdem nervös auf die schiere Größenordnung der Ausgaben.
Die Sorge um den Wettrüsten-Charakter der KI-Investitionen
Microsoft selbst hat für das Kalenderjahr 2026 Kapitalausgaben von 190 Milliarden Dollar zugesagt. Analysten sehen die zentrale Frage längst nicht mehr in der KI-Nachfrage – die gilt als gesichert. Entscheidend ist, ob sich die industriellen Investitionssummen zeitnah in freien Cashflow verwandeln lassen.
Genau diese Frage dürfte die kommenden Quartalszahlen dominieren. Microsoft veröffentlicht in den nächsten Tagen die Ergebnisse für das vierte Fiskalquartal. Marktbeobachter richten den Blick auf drei konkrete Signale.
Drei Kennzahlen entscheiden über die Richtung
- Azure-Wachstum: Das Management hatte ein währungsbereinigtes Wachstum von 39 bis 40 Prozent in Aussicht gestellt. Weil die Nachfrage die verfügbaren Kapazitäten aktuell übersteigt, würde ein Wert am oberen Ende zeigen, dass neue Rechenzentren erfolgreich ans Netz gehen.
- KI-Umsatz-Run-Rate: Zuletzt hatte dieser Wert die Marke von 37 Milliarden Dollar überschritten. Investoren erwarten ein Update.
- Copilot-Skalierung: Im Frühjahr erreichte Microsoft 365 Copilot die Marke von 20 Millionen bezahlten Nutzern. Jetzt stellt sich die Frage, ob die Unternehmensnachfrage weiter zulegt oder steigende Komponentenkosten die Margen belasten.
Charttechnisch zeigt die Aktie Anzeichen einer Beruhigung. Der RSI liegt bei 46,2 – ein neutraler Wert, weder überkauft noch überverkauft. Mit 335,65 Euro notiert das Papier zwar 9,30 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief, bleibt aber 10,22 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 373,87 Euro. Diese Distanz zeigt: Der langfristige Aufwärtstrend ist noch nicht zurückerobert.
Analysten bleiben trotz Kursverlusten optimistisch
Trotz der Talfahrt im laufenden Jahr halten mehrere große Häuser an ihrer positiven Einschätzung fest. Morgan Stanley bestätigte kürzlich das Overweight-Rating mit einem Kursziel von umgerechnet rund 550 Euro. Die Begründung: Das Papier sei im Verhältnis zum langfristigen Gewinnpotenzial unterbewertet.
Bank of America argumentiert ähnlich. Der jüngste Ausverkauf könnte die Bewertung in einen attraktiven Bereich gedrückt haben – vorausgesetzt, die kommenden Zahlen bestätigen eine nachhaltige Rendite der KI-Investitionen. Genau das macht den Bericht so richtungsweisend.
Neben den eigenen Zahlen wirkt in derselben Woche die Sitzung der US-Notenbank Fed. Signale zur künftigen Zinsentwicklung dürften für wachstumsstarke Tech-Bewertungen unmittelbar relevant sein. Zusätzlich behalten Investoren den Auftragsbestand im Blick, der im Vorquartal bei 627 Milliarden Dollar lag. Er gilt als wichtigster Indikator für die langfristige Umsatzsichtbarkeit in einem Umfeld, das von Kapazitätsengpässen geprägt ist.
Microsoft-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Microsoft-Analyse vom 26. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Microsoft-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Microsoft-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Microsoft: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

