Microsoft Aktie: Analysten streiten über Bewertung

Barclays senkt Kursziel für Microsoft, während Goldman Sachs mit einer neuen Kaufempfehlung und einem Aufwärtspotenzial von 37 Prozent nachlegt. Die Diskrepanz zeigt unterschiedliche Einschätzungen zu KI-Chancen und Bewertungsrisiken.

Microsoft Aktie
Kurz & knapp:
  • Barclays senkt Kursziel auf 610 US-Dollar
  • Goldman Sachs empfiehlt Kauf mit 655-Dollar-Ziel
  • Unterschiedliche Bewertung der KI-Positionierung
  • Nächste Quartalszahlen Ende Januar erwartet

Die Einschätzungen der großen Investmentbanken zu Microsoft gehen auseinander. Während Barclays am Montag das Kursziel von 625 auf 610 US-Dollar senkte, legte Goldman Sachs mit einer neuen Kaufempfehlung und einem Kursziel von 655 Dollar nach – das entspricht einem Aufwärtspotenzial von 37 Prozent zum aktuellen Kurs.

Barclays wird vorsichtiger

Analyst Raimo Lenschow von Barclays begründet die Kurszielkürzung mit einem vorsichtigeren Ausblick, hält aber an seiner „Overweight“-Einstufung fest. Seine Argumentation: Der US-Softwaresektor biete für 2026 zwar gute Voraussetzungen, die Bewertungen seien niedrig und das Konjunkturumfeld stabil. Doch Microsoft steht offenbar nicht mehr ganz oben auf seiner Favoritenliste – stattdessen hebt er Unternehmen wie Salesforce oder Oracle hervor, bei denen anziehende KI-Umsätze die Stimmung verbessern dürften.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Microsoft?

Goldman setzt auf KI-Dominanz

Ganz anders sieht es Goldman Sachs. Die Bank initiierte ihre Coverage mit einem klaren „Buy“ und begründet dies mit Microsofts führender Position im KI-Rennen. Die Analysten sehen den Konzern als bestmöglichen Profiteur mehrerer sich überlagernder KI-Produktzyklen – von der Rechenleistung über Plattformen bis hin zu Anwendungen.

Besonders interessant: Goldman traut Microsoft bis zum Geschäftsjahr 2030 einen Gewinn pro Aktie von über 35 Dollar zu. Das würde ein jährliches Wachstum von mehr als 20 Prozent bedeuten – deutlich über dem erwarteten Wachstum anderer Tech-Giganten. Derzeit liegt der Gewinn je Aktie bei 14,06 Dollar, für 2026 rechnen Analysten mit 16,40 Dollar.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Microsoft?

Warum diese Diskrepanz?

Die unterschiedlichen Einschätzungen offenbaren einen Grundkonflikt: Während Barclays möglicherweise kurzfristige Bewertungsrisiken im Auge hat, setzt Goldman voll auf die langfristige KI-Story. Die vertikale Integration von Microsoft – vom Cloud-Computing über Entwicklerplattformen bis zu Geschäftsanwendungen – wird als entscheidender Wettbewerbsvorteil gesehen, der bei KI-Anwendungen noch stärker zum Tragen kommt.

Mit einer Marktkapitalisierung von 3,56 Billionen Dollar und einem KGV von 34 ist Microsoft zweifellos ambitioniert bewertet. Die nächsten Quartalszahlen am 28. Januar dürften zeigen, ob die KI-Investitionen sich bereits auszahlen – oder ob Barclays mit seiner Vorsicht richtig liegt.

Microsoft-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Microsoft-Analyse vom 12. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Microsoft-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Microsoft-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Microsoft: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Über Felix Baarz 1454 Artikel
Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.