Microsoft liefert im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 mehr, als der Markt erwartet hatte. Vor allem die Cloud-Sparte läuft schneller. Und die Investitionen fielen niedriger aus als befürchtet.
Cloud als Wachstumsmotor
Der Umsatz stieg um 19 Prozent auf 92,3 Milliarden Dollar, Analysten hatten mit gut 90 Milliarden gerechnet. Der Gewinn je Aktie lag bereinigt um OpenAI-Effekte bei 4,89 Dollar, erwartet waren 4,72 Dollar. Die operative Marge kletterte leicht auf 50 Prozent.
Azure wuchs um 48 Prozent und damit so stark wie seit fünf Quartalen nicht mehr. Die gesamte Microsoft-Cloud erreichte 63,9 Milliarden Dollar Umsatz, ein Plus von 30 Prozent. Finanzchefin Amy Hood führte den Schub auf Effizienzgewinne in der Infrastruktur und höhere Preise je Token zurück. Die Nachfrage übersteige weiter das Angebot.
Für das laufende Quartal peilt das Management ein Azure-Wachstum von 49 bis 50 Prozent an. Ein Teil der erwarteten Kapazitäten externer Anbieter verschiebt sich allerdings ins zweite Geschäftshalbjahr.
Schwäche bei Windows, hohe Investitionen
Nicht überall läuft es rund. Der Bereich Devices und Consumer schrumpfte um 3 Prozent, Windows OEM brach um 22 Prozent ein. Der Konzern nennt den Wegfall des Windows-10-Effekts aus dem Vorjahr, hohe Lagerbestände und einen schwachen PC-Markt als Gründe. Für das Weihnachtsquartal erwartet Microsoft hier ein Minus im mittleren 30-Prozent-Bereich.
Die Investitionen lagen bei 45,2 Milliarden Dollar, weil sich externe Lieferungen verzögerten. Im laufenden Quartal sollen sie über 50 Milliarden Dollar steigen. Der freie Cashflow sank dadurch um 27 Prozent auf 18,6 Milliarden Dollar.
Beruhigend wirkt der Auftragsbestand: Die vertraglich zugesagten, noch nicht verbuchten Umsätze legten um 73 Prozent auf 677 Milliarden Dollar zu. Die Neubuchungen sanken dagegen um 12 Prozent, weil im Vorjahr riesige Azure-Verträge die Vergleichsbasis hochgelegt hatten.
Börse reagiert deutlich
Nachbörslich legte die Aktie zeitweise um rund vier Prozent zu und näherte sich ihrem Rekordhoch aus dem Sommer 2025. Später lag das Plus bei etwa 2,7 Prozent, bei Kursen um 545 Dollar. Der Börsenwert liegt bei rund vier Billionen Dollar.
Am Donnerstag zeigt sich, ob der Kurs das Rekordhoch von gut 555 Dollar knackt. Ein Treiber könnte der Alphabet-Einbruch von knapp zehn Prozent nachbörslich werden, der die Debatte über KI-Renditen neu anfacht. Microsoft kann dagegen mit sichtbarem Cloud-Wachstum argumentieren. Am Donnerstag meldet zudem Amazon seine Zahlen.
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