Microsoft erlebt gerade eine bemerkenswerte Erholung — getragen von drei Faktoren, die selten gleichzeitig auftreten: ein strategischer Infrastruktur-Coup, ein starkes Branchensignal und solide Fundamentaldaten kurz vor dem nächsten Quartalsbericht.
Narvik statt OpenAI
Der stärkste Kurstreiber der vergangenen Tage war ein Infrastrukturschachzug im Norden Norwegens. Microsoft hat seine Vereinbarung mit dem KI-Cloudanbieter Nscale ausgeweitet und übernimmt Rechenkapazität an einem 230-Megawatt-Rechenzentrum in Narvik — Kapazität, die ursprünglich für OpenAI reserviert war. OpenAI und Nscale konnten sich nicht auf Konditionen einigen. Microsoft sprang ein.
Konkret mietet Microsoft 30.000 zusätzliche Nvidia-Vera-Rubin-Chips von Nscale. Das ergänzt eine bereits bestehende Investition von 6,2 Milliarden Dollar am selben Standort. OpenAI wiederum will die benötigte Rechenleistung künftig über Microsoft beziehen — im Rahmen eines bereits angekündigten Azure-Vertrags über 250 Milliarden Dollar.
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Es ist kein Einzelfall. Im vergangenen Monat übernahm Microsoft ein Rechenzentrum in Texas, das OpenAI und Oracle aufgegeben hatten. Das brachte 700 Megawatt zusätzliche Kapazität. Ferner kauft Microsoft 3.200 Acres Land in Wyoming für weiteren Rechenzentrumsausbau. Hintergrund: Azure war in den vergangenen Quartalen kapazitätsbeschränkt. Wall Street erwartet für dieses Jahr Investitionsausgaben von 143 Milliarden Dollar — größtenteils für Rechenzentren.
85 Prozent wollen mehr Azure
Parallel zur Infrastrukturoffensive lieferte eine KeyBanc-Umfrage ein starkes Signal. 85 Prozent der Befragten planen, ihre Azure-Ausgaben zu erhöhen — der höchste Wert seit fünf Quartalen. Fast die Hälfte hat Microsofts KI-Assistent Copilot bereits in den Produktivbetrieb überführt, 14 Prozentpunkte mehr als im Vorquartal.
KeyBanc bestätigte seine Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 600 Dollar. Als Begründung verwies die Bank auf die steigende Kundennachfrage und Microsofts führende Position bei der Absicherung von KI-Workloads.
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Zahlen und Kurs
Die Fundamentaldaten stützen die Erholung. Im Quartal bis Ende Dezember 2025 wuchs der Umsatz um 17 Prozent auf 81,3 Milliarden Dollar. Das Betriebsergebnis stieg um 21 Prozent, der bereinigte Gewinn je Aktie um 24 Prozent auf 4,14 Dollar. Azure legte um 39 Prozent zu. Microsoft schüttete im selben Quartal 12,7 Milliarden Dollar an Dividenden und Aktienrückkäufen aus — 32 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
An der Börse spiegelt sich das wider. Die Aktie notiert aktuell bei rund 355 Euro und hat seit dem Tief Ende März rund 15 Prozent zugelegt. Auf Sicht von sieben Tagen beträgt das Plus 12 Prozent — eine der stärksten Dreitages-Sequenzen seit 2020.
Am 29. April veröffentlicht Microsoft die Ergebnisse für das dritte Fiskalquartal 2026. Wall Street rechnet mit 16 Prozent Umsatzwachstum. Der ausstehende Auftragsbestand liegt bei 625 Milliarden Dollar — ein Anstieg von 110 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ob die Narvik-Kapazitäten und die steigende Kundennachfrage bereits in beschleunigtem Azure-Wachstum sichtbar werden, dürfte den Kursausschlag am 29. April maßgeblich bestimmen.
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