Microsoft Aktie: Bewertungslücke vor April-Test

Microsoft notiert trotz starker operativer Zahlen auf niedrigstem Bewertungsniveau seit 2023. Der kommende Quartalsbericht wird zeigen, ob die massiven KI-Investitionen das erwartete Umsatzwachstum bringen.

Microsoft Aktie
Kurz & knapp:
  • Starke Q2-Zahlen, doch Aktie verlor nachbörslich
  • Massive Investitionen in KI-Infrastruktur belasten die Stimmung
  • Azure soll im aktuellen Quartal um 37-38 % wachsen
  • Entscheidender Q3-Bericht erwartet am 29. April

Die Schere zwischen operativer Stärke und Kursentwicklung bei Microsoft ist derzeit ungewöhnlich weit geöffnet. Ein Unternehmen mit AAA-Kreditrating, einer nicht-GAAP-Nettomarge von 38 % und kommerziellen Auftragsbeständen von 625 Milliarden Dollar notiert rund 33 % unter seinem 52-Wochen-Hoch — auf dem niedrigsten Bewertungsniveau seit Anfang 2023.

Starke Zahlen, schwache Reaktion

Die Q2-Ergebnisse des Geschäftsjahres 2026, veröffentlicht am 28. Januar, übertrafen die Erwartungen deutlich: Der Umsatz stieg um 17 % auf 81,3 Milliarden Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie legte um 24 % auf 4,14 Dollar zu. Microsoft Cloud überschritt erstmals die 50-Milliarden-Dollar-Marke im Quartalsumsatz. Trotzdem verlor die Aktie nachbörslich knapp 10 %.

Der Grund: Investoren reagierten besorgt auf Investitionsausgaben von 37,5 Milliarden Dollar — ein Plus von 66 % gegenüber dem Vorjahr, überwiegend für KI-Infrastruktur. Die Frage nach dem Zeitpunkt der Rendite auf diese Ausgaben bleibt offen. Hinzu kamen makroökonomische Belastungen durch den Iran-Konflikt und Ölpreise über 100 Dollar, die Wachstumswerte zusätzlich unter Druck setzten.

Azure als Wachstumsanker

Für das laufende Quartal erwartet das Management ein Umsatzwachstum von 37 bis 38 % bei Azure in konstanter Währung. Der Gesamtumsatz soll zwischen 80,65 und 81,75 Milliarden Dollar liegen, was einem Jahreswachstum von 15 bis 17 % entspräche.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Microsoft?

Microsoft 365 Copilot verzeichnete im abgelaufenen Quartal einen Anstieg der bezahlten Nutzer um 160 % auf 15 Millionen Seats — ein Rekord. Gleichzeitig verpflichtete sich OpenAI im Quartal zu einem Cloud-Vertrag über 250 Milliarden Dollar mit Microsoft, was den kommerziellen Auftragsbestand auf 625 Milliarden Dollar verdoppelte.

Der April-Test

Mit einem Forward-KGV von 23 bis 25 liegt Microsoft aktuell deutlich unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 28 bis 33. Im zweiten Quartal schüttete das Unternehmen 12,7 Milliarden Dollar über Dividenden und Aktienrückkäufe aus — 32 % mehr als im Vorjahreszeitraum.

Am voraussichtlich 29. April werden die Q3-Zahlen erwartet. Entscheidend wird sein, ob das Azure-Wachstum die prognostizierten 37 bis 38 % erreicht und ob sich die massiven KI-Investitionen in beschleunigtem Umsatzwachstum niederschlagen — denn genau das fehlt dem Markt bislang als Argument für eine Neubewertung.

Microsoft-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Microsoft-Analyse vom 27. März liefert die Antwort:

Die neusten Microsoft-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Microsoft-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Microsoft: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Microsoft

Microsoft Jahresrendite