Microsoft kämpft an zwei Fronten gleichzeitig. Die Copilot-Sparte wird umgebaut, weil die Nutzerzahlen nach drei Jahren am Markt weit hinter den Erwartungen zurückbleiben. Und mit dem ehemaligen Partner OpenAI bahnt sich ein Rechtsstreit an, der Milliarden an Azure-Einnahmen gefährden könnte.
Copilot: Umstrukturierung als Eingeständnis
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Nur rund 3 % der Microsoft-365-Geschäftskunden zahlen für Copilot. Zum Vergleich: ChatGPT von OpenAI zählte im Februar 2026 laut dem Analyse-Unternehmen Sensor Tower 440 Millionen täglich aktive Nutzer — Copilot gerade einmal sechs Millionen.
Am 17. März reagierte Microsoft mit einer Neuaufstellung. Jacob Andreou wurde zum Executive Vice President befördert und leitet künftig sowohl die Consumer- als auch die Commercial-Teams unter sich. Er berichtet direkt an CEO Satya Nadella. KI-Chef Mustafa Suleyman wird durch die Umstrukturierung entlastet und soll sich fortan vollständig auf den Aufbau neuer KI-Modelle konzentrieren — mit Blick auf die nächsten fünf Jahre, wie er in einem internen Memo schrieb.
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Der Streit mit OpenAI belastet Azure
Parallel dazu eskaliert ein Vertragskonflikt mit OpenAI. Kern des Problems: OpenAI hat Amazon Web Services exklusive Drittanbieter-Cloudrechte für sein neues Enterprise-Produkt Frontier eingeräumt — ein 50-Milliarden-Dollar-Deal. Microsoft sieht darin möglicherweise einen Verstoß gegen bestehende Vereinbarungen, wonach der Zugriff auf OpenAI-Modelle ausschließlich über Azure laufen soll.
OpenAI argumentiert, Frontier biete keinen direkten API-Zugang zu seinen Kernmodellen und verstoße daher nicht gegen die Vereinbarung. Microsoft ließ hingegen verlauten, man sei zuversichtlich, dass OpenAI seine vertraglichen Verpflichtungen kenne und respektiere.
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Ob Microsoft tatsächlich klagt, ist offen. Laut einem Bericht der Financial Times könnte das laufende Kartellverfahren gegen Microsoft in den USA, Großbritannien und der EU eine Klage vorerst unwahrscheinlich machen. Gleichzeitig hat Microsoft begonnen, Anthropics Claude in Office 365 anzubieten — ein Signal, dass OpenAI nicht länger der einzige KI-Partner ist.
Quartalszahlen als nächster Prüfstein
Die Aktie steht seit Jahresbeginn erheblich unter Druck und notiert aktuell rund 29 % unterhalb ihres 52-Wochen-Hochs. Das Azure-Wachstum verlangsamte sich im zweiten Fiskalquartal 2026 auf 39 % im Jahresvergleich, nach 40 % im Vorquartal — für das laufende Quartal erwartet das Management noch 37 %. Melius Research bekräftigte am Montag sein Hold-Rating und verwies auf strukturelle Herausforderungen.
Am 28. April legt Microsoft seine Quartalszahlen vor. Angesichts des noch frischen Copilot-Umbaus und des ungeklärten Streits mit OpenAI dürften Anleger vor allem auf konkrete Hinweise zur Azure-Wachstumsdynamik und zur Monetarisierung des KI-Geschäfts achten.
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